Autor Thema: Das Schweigen der Quandts ...  (Gelesen 2488 mal)

Matthias

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Das Schweigen der Quandts ...
« am: 17. Januar 2012, 07:49:39 »

Eine sehr sehenswerte Dokumentation von Eric Friedler über eine der reichsten Familien Deutschlands.


Aus Wikipedia ( http://de.wikipedia.org/wiki/Eric_Friedler ):
Eric Friedler (* 20. Juni 1971 in Sydney, Australien) ist ein deutsch-australischer Fernsehjournalist, Regisseur, Reporter und Buchautor, der für seine Dokumentationen und Dokumentarspiele mehrfach auch international ausgezeichnet wurde und dessen Filme als „Fernsehklassiker“ gelten. Nach Meinung der FAZ ist Friedler von den „politischen Dokumentaristen in diesem Land […] zweifellos einer der exzellentesten.“ Görtz bescheinigt Friedler „politische Courage und beherzte Angriffslust“.
...
Für den anderthalbstündigen Film Das Schweigen der Quandts hat Eric Friedler fünf Jahre recherchiert ...



Weitere Infos bei wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Quandt_(Familie)
http://de.wikipedia.org/wiki/Günther_Quandt
http://de.wikipedia.org/wiki/Silvia_Quandt
http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna_Quandt
http://de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Quandt
http://de.wikipedia.org/wiki/Harald_Quandt
http://de.wikipedia.org/wiki/Susanne_Klatten
http://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Quandt

Infos zu den Stiftungen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Johanna-Quandt-Stiftung
http://www.johanna-quandt-stiftung.de/
http://www.bmw-stiftung.de/de/
http://www.herbert-quandt-stiftung.de/home/




Das Schweigen der Quandts



Das Schweigen der Quandts 1/7




Das Schweigen der Quandts 2/7




Das Schweigen der Quandts 3/7




Das Schweigen der Quandts 4/7




Das Schweigen der Quandts 5/7




Das Schweigen der Quandts 6/7




Das Schweigen der Quandts 7/7



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If you have an apple and I have an apple and we exchange these apples then you and I will still each have one apple. But if you have an idea and I have an idea and we exchange these ideas, then each of us will have two ideas.
  --  George Bernard Shaw

Matthias

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Liste der 100 reichsten Deutschen
« Antwort #1 am: 19. Januar 2012, 07:36:28 »
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Eurelios

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Re:Das Schweigen der Quandts ...
« Antwort #2 am: 19. Januar 2012, 19:15:49 »
Hallo Matthias,

also es ist schon witzig die Tabelle mit einem Stundenlohn zu hinterlegen 479 Euro für eine Stunde Arbeit ist schon
klasse würde mich nur noch interesieren ob das brutto oder netto ist.

Und da wird in Deutschland um einen Mindestlohn von 8 Euro sich gestritten. Das ist doch  alles nur noch Nirwana.

Wie von Rudi in seinem Home schon gesagt:

Weshalb wird unser Wertesystem überwiegend von Geldwerten beherrscht?

http://www.um-bruch.net/

Das ist ein ganz wichtiger Gedankengang der mich immer wieder bewegt.

Wenn man bedenkt das ein durchschnittliches Leben ca 80 Jahre für den Menschen beträgt frage ich mich was ist
für ein erfülltes Leben wichtig?

Meine Gedanken sind diese:

Vor allem Gesundheit, Zufriedenheit und wenn möglich eine gute Partnerschaft mit einem geliebten Menschen.

Viel Geld zu haben gibt nur eine ganz kurze Befriedigung seiner Sinne.

Nun ja halt so meine Gedanken.

Viele Grüße

Günter

Mumken

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Re:Das Schweigen der Quandts ...
« Antwort #3 am: 20. Januar 2012, 05:49:45 »
Hallo Günter,

ich glaube, Dir ist da ein kleiner Rechenfehler mit Nullen unterlaufen.

.....
also es ist schon witzig die Tabelle mit einem Stundenlohn zu hinterlegen 479 Euro für eine Stunde Arbeit ist schon
klasse würde mich nur noch interesieren ob das brutto oder netto ist.

Und da wird in Deutschland um einen Mindestlohn von 8 Euro sich gestritten. Das ist doch  alles nur noch Nirwana.
..........


Der Stundenlohn beträgt 479.000 Euro, dass ist fast eine halbe Million Euro pro Stunde Arbeitszeit.

Ich muss jedoch zugeben, dass diese Beträge auch für mich kaum vorstellbar sind  ???.

Die bereits einmal erwähnte Anekdote von Heinrich Böll, vom zufriedenen Fischer, zeigt wohl die andere Seite der Werteskala "Einstellung zur Arbeit". Er schrieb sie für eine Sendung des Norddeutschen Rundfunks zum „Tag der Arbeit“ am 1. Mai 1963.

http://de.wikipedia.org/wiki/Anekdote_zur_Senkung_der_Arbeitsmoral

Die Kurzgeschichte Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral von Heinrich Böll aus dem Jahre 1963 handelt von einem Touristen und einem Fischer, die in ein Gespräch geraten und ihre verschiedenen Meinungen zur Arbeitsethik und Lebenseinstellung austauschen.

"In einem Hafen an der Westküste Europas schläft ein ärmlich gekleideter Fischer und wird durch das Klicken des Fotoapparates eines Touristen geweckt. Anschließend fragt der Tourist den Fischer, warum er denn nicht draußen auf dem Meer sei und fische. Heute sei doch so ein toller Tag, um einen guten Fang zu machen, es gebe draußen viele Fische. Da der Fischer keine Antwort gibt, denkt sich der Tourist, dem Fischer gehe es nicht gut, und fragt ihn nach dessen Befinden, doch der Fischer hat nichts zu beklagen. Der Tourist hakt noch einmal nach und fragt den Fischer abermals, warum er denn nicht hinausfahre.
Nun antwortet der Fischer, er sei schon draußen gewesen und habe so gut gefangen, dass es ihm für die nächsten Tage noch reiche. Der Tourist entgegnet, dass der Fischer noch zwei-, drei- oder gar viermal hinausfahren und dann ein kleines Unternehmen aufbauen könnte, danach ein größeres Unternehmen und dieses Wachstum schließlich immer weiter steigern könnte, bis er sogar das Ausland mit seinem Fisch beliefern würde.
Danach hätte der Fischer dann genug verdient, um einfach am Hafen sitzen und sich ruhig entspannen zu können. Der Fischer entgegnet gelassen, am Hafen sitzen und sich entspannen könne er doch jetzt schon. Darauf geht der Tourist nachdenklich und ein wenig neidisch fort."


Beste Grüße :)

Rudi


Matthias

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Re:Das Schweigen der Quandts ...
« Antwort #4 am: 20. Januar 2012, 07:55:45 »

Hallo Günter,

das Problem ist doch, dass es genügt, wenn einige wenige der Gier verfallen und sie bereit sind, alles zu tun, um diese zu befriedigen. Mich hat Geld nie interessiert, das ganze Gerede und die Bedeutung, die man ihm beimisst, hat mich immer schon angewidert. Aber diese Leutchen befriedigen ihre Gier auf Kosten anderer und sie fügen der gesamten Gesellschaft Schaden zu, um in Saus und Braus zu leben (was das bringt? keine Ahnung ...).
Wir (die Gesellschaft) sollten das nicht länger hinnehmen. Das ist wohl die Lektion, die ich in den letzten Jahren gelernt habe ...

Gestern lief eine tolle Dokumentation auf 3Sat über den Untergang des Bankhauses Salomon Oppenheim. Das war ein Beispiel wie aus dem Lehrbuch. Sehr interessant die Rolle von Frau Schickedanz (Erbin des Quelle-Konzerns) und wie sie ganz offensichtlich über den Tisch gezogen und ausgenommen wurde. Ja, mit Schulden kriegt man auch die vermeintlich Reichen, wenn man es nur geschickt anstellt ...
Ich werde mal bei youtube nachsehen, ob ich was finde.


Hallo Rudi,

diese Geschichte hatte, wie so vieles andere (Schumacher z.B.) ihren Zenit vor etwa 30-40 Jahren. Damals war der Zeitgeist entsprechend und man kann sehr schön sehen, wie er sich seitdem komplett verändert hat. Am liebsten würde ich mal meine Eindrücke schildern, die ich bei unserer Reise in die Schweiz gesammelt habe (keine Zeit  ::) ), denn das Fazit lautet: Es ist viel schlimmer, als ich denke ... leider  >:(


Grüße aus dem verregneten Lübeck


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Matthias

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Adel vernichtet - Der Untergang des Bankhauses Oppenheim
« Antwort #5 am: 21. Januar 2012, 11:37:52 »

Absolut sehenswert. Nicht nur wegen der Geschichte an sich, man erhält auch einen Einblick in bestimmte Kreise und die Summen, mit denen dort jongliert wird ...


Adel vernichtet - Der bemerkenswerte Niedergang des Bankhauses Oppenheim
Ein Film von Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann

"[...]Die story-Autoren Georg Wellmann und Ingolf Gritschneder zeichnen die Geschichte des traditionsreichen Bankhauses nach; sie gehen den Geschäftsbeziehungen der Banker nach und beleuchten dabei insbesondere die Hintergründe der Arcandor-Pleite. Warum hatte sich die renommierte Privatbank auf die risikoreichen Geschäfte hinter den Kulissen des Kaufhaus-Konzerns eingelassen? Wer waren die Drahtzieher der Deals? Immer wieder stoßen die Autoren dabei auf einen wichtigen Geschäftspartner der Bank, den Immobilieninvestor Josef Esch. Wie kam es zu der ungewöhnlichen Liäson zwischen den Bankern und dem Bauunternehmer?"



Weiterlesen:
DieStory 21.11.2011 Adel vernichtet - Untergang des Bankhauses Oppenheim



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Re:Das Schweigen der Quandts ...
« Antwort #6 am: 21. Januar 2012, 20:33:14 »
Hallo Matthias,


Absolut sehenswert. Nicht nur wegen der Geschichte an sich, man erhält auch einen Einblick in bestimmte Kreise und die Summen, mit denen dort jongliert wird ...
....

wer an solch hochbesetzten Pokerrunden mitmischen will muss das Spiel schon beherrschen. Richtig Spaß macht das offensichtlich erst, wenn man zum Pokern das Geld von anderen einsetzen kann. Die einzigen die zu bedauern sind, sind die ehemaligen Mitarbeiter von Quelle. Diese haben sicherlich nichts zu dem Untergang beigetragen sind am Ende aber die rechtlosen Verlierer des Spiels.
........

Aus der nicht minder verregneten Eifel,

Rudi

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Re:Das Schweigen der Quandts ...
« Antwort #7 am: 22. Januar 2012, 00:10:32 »
Hallo ( ist jetzt mir zu dämlich) Lieber Matthias,

das was Du für Umbrüche mit deinen Beiträgen leistest ist schon sagenhaft, Danke dafür.
Den WDR Bericht über Frau Schickedanz habe ich mir angesehen. Schon unglaublich was da zu Tage kommt.
Und wenn es um Geldgeschäfte geht ist einer  immer dabei:

Goldmann-Sachs

Und diese Bank hat ja auch durch Bilanzfälschung Griechenland verholfen in die Eurogemeinschaft übernommen zu werden.

Was sagte der Chef von dieser Bank 2009:

Goldman-Sachs-Chef Blankfein„Ich bin ein Banker, der Gottes Werk verrichtet“

Alles nur noch krank in diesem Geldsystem.

Viele Grüße von

Günter
« Letzte Änderung: 22. Januar 2012, 00:13:33 von Eurelios »

Mumken

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Re:Das Schweigen der Quandts ...
« Antwort #8 am: 22. Januar 2012, 21:43:36 »
Lieber Günter,

jetzt weiß ich nicht, welcher Sekte denn Herr Blankfein angehört. Aus den großen Weltreligionen kann er seine Aussage wohl kaum ableiten.


........

Was sagte der Chef von dieser Bank 2009:

Goldman-Sachs-Chef Blankfein„Ich bin ein Banker, der Gottes Werk verrichtet“

.....

Ein Arbeitskollege sagte mir vor einigen Tagen, dass wir doch schließlich auch in Deutschland ein Kastensystem  hätten. Gutenberg und Umfeld bewegten sich doch eindeutig in einem ehemals nur vom Adel dominierten Netzwerk.
Der von Matthias eingestellte Beitrag zum Bankhaus Oppenheim zeigt in die gleiche Richtung mit elitärer Machtanhäufung zum Nachteil der Allgemeinheit.

Wohin uns die führen wollen? ???

Grüße

Rudi


Matthias

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Re:Das Schweigen der Quandts ...
« Antwort #9 am: 23. Januar 2012, 07:52:27 »

Lieber Günter,  ;D

danke für die Blumen. Das mit Goldman Sachs ist mir auch sofort aufgefallen. Und ein Name, der mir auch schon des öfteren untergekommen ist: Alexander Dibelius (wenn ich mich recht entsinne, hat er u.a. unsere Kanzlerin bei der Privatisierung der Bahn beraten) ...
Es ist eine sonderbare Clique, die dort ihr Unwesen treibt ...


Lieber Rudi,

jetzt weiß ich nicht, welcher Sekte denn Herr Blankfein angehört. Aus den großen Weltreligionen kann er seine Aussage wohl kaum ableiten.

Ist er denn nicht ein Vertreter der Geld-Religion? Gehört offiziell noch nicht zu den Weltreligionen, aber wenn man die gewaltigen Tempelbauten z.B. in Frankfurt erlebt, ahnt man doch, dass diese die weitaus bedeutendste geworden ist ...  >:(

Wohin uns die führen wollen? ???

Ich fürchte, die scheren sich nicht viel um uns. Das hat der Film doch schön gezeigt. Da ist jemand mit einem Vermögen und hat von Tuten und Blasen keine Ahnung. Die perfekte Beute! Dass da ein ganzer Konzern dran hängt und tausende von Mitarbeitern kümmert die doch nicht, wenn nur ordentlich die Millionen in die eigene Tasche fließen.
Und dann gehört man endlich dazu und schlürft seinen Champagner mit all den wichtigen Leutchen. Wie du an die Kohle gekommen bist, interessiert doch niemanden von denen ...

Wie lange wollen wir uns noch mit ansehen???


Viele Grüße, Matthias


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