Autor Thema: Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise  (Gelesen 44665 mal)

Halil

  • Jr. Mitglied
  • **
  • Beiträge: 69
    • Profil anzeigen
Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« am: 23. Mai 2011, 08:57:05 »
Das Buch Halil Güvenis - Lösung der Klimakrise im Rahmen der Zusammenbruchskrise des Kapitalismus (ISBN: 978-3-8322-9943-9)

http://www.amazon.de/B%C3%BCcher/s?ie=UTF8&rh=n%3A186606%2Cp_27%3AHalil%20G%C3%BCvenis&field-author=Halil%20G%C3%BCvenis&page=1 

wurde im Shaker Verlag http://www.shaker.de/shop/978-3-8322-9943-9 veröffentlicht.

Der Autor freut sich auf Kommentare und Rezensionen! http://www.shaker.de/de/content/catalogue/index.asp?lang=de&ID=14&ISBN=978-3-8322-9943-9

Tommy

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 45
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #1 am: 23. Mai 2011, 10:43:02 »
Hallo Halil,

erst einmal herzlich willkommen im neuen Forum  :)

Viele Grüße, Tommy
 

Jakob

  • Neuling
  • *
  • Beiträge: 12
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #2 am: 23. Mai 2011, 19:20:08 »
Hallo Halil,
Gratulation! Schön zu sehen, dass Dein Buchprojekt Wirklichkeit wurde.

Vielleicht erinnerst Du Dich noch an meine wackeligen Kritikversuche im alten QuerForum. Welches ich dann aber zunehmend gemieden habe, weil ... naja, der viele FN war halt nicht so ganz mein Ding. ;)














Halil

  • Jr. Mitglied
  • **
  • Beiträge: 69
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #3 am: 24. Mai 2011, 08:58:08 »
Hallo Tommy, Hallo Jakob,

auch ich freue mich sehr, hier im neuen Forum zu sein. Wenn nötig, werde ich mich in Zukunft an Diskussionen beteiligen.

Halil



Halil

  • Jr. Mitglied
  • **
  • Beiträge: 69
    • Profil anzeigen
Lösung der Klimakrise im Rahmen der Zusammenbruchskrise des Kapitalismus
« Antwort #4 am: 29. Oktober 2011, 15:44:45 »

Ich habe vergessen, darauf aufmerksam zu machen, dass ich jederzeit zur Verfügung stehe, über den Inhalt meines Buches "Lösung der Klimakrise im Rahmen der Zusammenbruchskrise des Kapitalismus" zu diskutieren. Wenn Interesse besteht, kann das unter dieser Themenüberschrift geschehen.

In diesem Zusammenhang möchte ich darauf hinweisen, das das E-Buch auf der Verlagsseite  (http://www.shaker.de/shop/978-3-8322-9943-9) zu einem verbilligten Preis (9,94 Euro) online erhältlich ist.

Halil Güvenis


Mumken

  • Sr. Mitglied
  • ****
  • Beiträge: 291
    • Profil anzeigen


Ich habe vergessen, darauf aufmerksam zu machen, dass ich jederzeit zur Verfügung stehe, über den Inhalt meines Buches "Lösung der Klimakrise im Rahmen der Zusammenbruchskrise des Kapitalismus" zu diskutieren. Wenn Interesse besteht, kann das unter dieser Themenüberschrift geschehen.
...............

Hallo Halil,

ich bin erst relativ spät im alten Forum dazu gestoßen und kenne deshalb von den dort mit Dir geführten Diskussionen so gut wie nichts. Könntest Du vielleicht hier einen Überblick oder auch einen repräsentativen Ausschnitt aus Deinem Buch vorstellen?

Viele Grüße,

Rudi


Halil

  • Jr. Mitglied
  • **
  • Beiträge: 69
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #6 am: 31. Oktober 2011, 07:56:58 »

Halil Güveniş


Lösung der Klimakrise
im Rahmen der Zusammenbruchskrise des Kapitalismus



Inhalt
Vorwort ………………………………………………………………………………....      5

Teil 1 • Zur Zusammenbruchskrise des Kapitalismus

Das Langzeitverhalten der Wirtschaftsentwicklung
in BRD, Japan und USA ……………………………………………………………..      8
Zusammenfassung …………………………………………………………………….      8
1.  Fragestellung ……………………………………………………………………….      9
2.  Trendbestimmung ………………………………………………………………….    10
3.  Zukunftsprognose ………………………………………………………………….     21

Teil 2 • Fragen und Antworten

Zur Weltwirtschaftskrise …………………………………………………………….    30
Zur Klimakrise ………………………………………………………………………...     47

Teil 3 • Das korrekte Rettungsszenario in der globalen Klimakrise

Der Labyrinth-Mythos und die Rettung der Menschheit
aus der Klimakatastrophe …………………………………………………………..    62
Der Theseus-Mythos ...………………………………………………………………...    62
Interpretation des Mythos ...…………………………………………………………..    64
Minotaurus im Labyrinth ………………………………………………………………     68
Die Macht des Bösen ………………………………………………………………….    70
Das pessimistische Szenario ..……………………………………………………….    73
Retter in der Not …………………………………………………………………….....     78
Die Liebe zu Ariadne ………………………………………………………………….    81
Die zweite Axt der Labrys …………………………………………………………….    83
Das phantastische Szenario ………………………………………………………….    85
Die Mitte des äußeren Labyrinths ……………………………………………………    87
Die Mitte des inneren Labyrinths….………………………………………………….    93
Der Hinweg zur Mitte des Labyrinths ………………………………………………..     95
Historischer Determinismus und der Labyrinth-Mythos ……………………………    99
Französische Revolution in Sinnbildern des Labyrinth-Mythos ………………….. 102
Das optimistische Szenario …….….………………………………………………… 112

Anhang

Zeitreihen und Diagramme ...………………………………………………………. 139
BRD …………………………………………………………………………………….. 140
Japan …………………………………………………………………………………… 160
USA …………………………………………………………………………………….. 194

Über den Autor ………………………………………………………………………… 233




Vorwort


Das Ziel der vorliegenden Studie ist, die Klimakrise im Rahmen der Zusammenbruchskrise des Kapitalismus zu lösen. Zu diesem Zweck zeigen wir im ersten Teil unserer Analyse am Langzeitverhalten der Wirtschaftsentwicklung in BRD, Japan und USA, dass langfristig der globale Staatsbankrott droht und zum Schluss eine neue Wirtschaftsform entstehen wird, die vom Negativwachstum und von schrumpfenden Nettoinvestitionen ausgeht. Im zweiten Teil der Studie stellen wir das Resultat unserer Analyse zur Diskussion und gelangen zu der Einsicht, dass auf den Bankrott der wichtigsten Staaten der Welt eine globale Umwälzungsepoche folgt und die Klimakrise unter den historischen Bedingungen der Zusammenbruchskrise des Kapitalismus gelöst werden muss. Um das korrekte Rettungsszenario in der globalen Klimakrise zu erhalten, modellieren wir im dritten Teil der Studie anhand des Labyrinth-Mythos die Rettung der Menschheit aus der Klimakatastrophe und entwickeln im Vergleich zur Französischen Revolution ein optimistisches Szenario, in dem alle wichtigsten Momente der Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise enthalten sind.





Halil

  • Jr. Mitglied
  • **
  • Beiträge: 69
    • Profil anzeigen
Solution to the word economic and climate crisis
« Antwort #7 am: 05. November 2011, 14:00:08 »
Eine leicht korrigierte Google-Übersetzung ins Englische:

A slightly corrected Google-Translation into English:


Halil Güvenis

Solution of the climate crisis
in the context of the breakdown-crisis of capitalism

Content

Preface ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .... 5

Part 1 • The breakdown crisis of capitalism

The long-term behavior of economic development
in Germany, Japan and USA ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .. 8
Summary ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .... 8
1.  The Question ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... . 9
2.  Trend Analysis ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...  10
3.  Future Forecast ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...  21

Part 2 • Questions and Answers

To the World Economic Crisis ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... . 30
To The Climate Crisis ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...... 47

Part 3 • The correct rescue scenario in the global climate crisis

The labyrinth-myth and the rescue of mankind
from climate catastrophe ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .. 62
The Theseus myth ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   62
Interpretation of the myth ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   64
Minotaur in the Labyrinth ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   68
The power of evil ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...    70
The pessimistic scenario .. ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ..    73
Knight in shining armor ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   78
The love of Ariadne ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .    81
The second Axe of the Labrys ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...  83
This fantastic scenario ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   85
The center of the external labyrinth ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   87
The center of the internal labyrinth .... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   93
The Way to the center of the labyrinth ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   95
Historical determinism and the labyrinth myth ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ..   99
French Revolution in symbols of the labyrinth myth ... ... ... ... ... ... ... ……. 102
The optimistic scenario ... .... .... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...   112

Appendix

Time series and graphs ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...  139
Germany ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .. 140
Japan ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ...  160
USA ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .  194

About the Author ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... ... .  233




Preface

The aim of the present study is to solve the climate crisis in the context of the breakdown-crisis of capitalism. For this purpose we show in the first part of our analysis on the basis of long-term behavior of economic development in Germany, Japan and USA, that global bankruptcy threatens on the long-term and at the end, a new form of economy described by negative growth and declining net investment will be arise. In the second part of our study we present the results of our analysis to discussion and conclude that on the bankruptcy of the major countries of the world a global revolutionary period follows, and the climate crisis under the historical conditions of the breakdown-crisis of capitalism must be solved. To obtain the correct rescue scenario in the global climate crisis, we model in the third part of our study on the basis of the labyrinth myth the rescue of mankind from climate catastrophe and develop in comparison to the French Revolution an optimistic scenario including all important moments to the world economic and climate crisis.


Halil

  • Jr. Mitglied
  • **
  • Beiträge: 69
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #8 am: 18. April 2012, 10:56:30 »
In der oben genannten Studie (http://www.shaker.de/shop/978-3-8322-9943-9) habe ich auf mathematisch-statistischem Wege gezeigt, dass die Schuldenkrise unvermeidbar auf einen globalen Staatsbankrott zusteuert und nach dem Zusammenbruch die Umschuldung der Weltstaaten anstehen wird.

Zu beiden Problemkreisen wurden mir im Sommer 2009 im alten Querschüsse-Forum Fragen gestellt und von mir beantwortet. Ich gebe unten diese Fragen und Antworten wieder und hoffe, dass sie in diesem ziemlich ruhigen Forum zu lebhaften Diskussionen Anlass geben.

Halil Güvenis


Frage: Ich finde es interessant, gestehe aber gleich ein, dass ich deinen Berechnungen nicht folgen kann. Das geht über meinen Horizont. Beim Anblick der ganzen Formeln krieg ich Schweißhände und längst vergessen geglaubte Schulkrisen steigen im Geiste auf... Also müsste zuerst jemand das Problem und das Lösungsmodell in verständlicher Form erklären. Deshalb die Frage: Hast du eventuell vor, das, was du sagst, in einer weiteren Arbeit so einfach zu erklären, dass es für halbwegs interessierte „Normalbürger“ verständlich wird?

Antwort: Ich versuche also den Inhalt meiner mathematisch-statistischen Arbeit, so gut es geht, in paar kurze Sätze zu fassen: Es geht in meiner Arbeit vordergründig um das Gleichgewicht zwischen Produktion und Konsum. Während die Produktion nach objektiven Gesetzen abläuft, funktioniert der Konsum weitgehend subjektiv.

Ich versuche zuerst die Objektivität der Produktion zu erklären. Man spricht von Produktion, wenn eine bestimmte Menge von Sachgütern und Arbeitnehmern zusammenkommen, um ihre Tätigkeit in einer gewissen Anzahl von Produkten zu vergegenständlichen. Dabei steht es nach technischen Gegebenheiten der betreffenden Geschichtsepoche von vorneherein fest, welchen Anteil der Verbrauch der Sachgüter an der Produktion hat und wie schnell sich die Sachgüter abschreiben lassen. Da historisch gesehen die technologische Entwicklung immer mehr um sich greift, darf vorausgesagt werden, dass sowohl der Anteil der Sachgüter an der Produktion als auch die Abschreibungsgeschwindigkeit (die Produktivität) beständig zunehmen.

Wenn also die Abschreibungsquote und die Abschreibungsgeschwindigkeit historisch vorgegeben sind und gesamtgesellschaftlich der Vorrat an Sachgütern feststeht, dann kann ich mit einiger Sicherheit im Voraus berechnen, welche Menge von Produkten in der betreffenden Produktionsperiode erzeugt werden und wie groß die zum Vorrat neu hinzugefügten Sachgüter (Bruttoinvestitionen) sein müssen. – Diese mathematische Berechenbarkeit nenne ich die Objektivität der Produktion… Die Objektivität geht soweit, dass ich nicht nur die Bruttoinvestitionsquote, sondern auch die historisch notwendige Gesamtkonsumquote berechnen kann, weil, wenn ich von der Gesamtproduktionsmenge die Bruttoinvestitionen abziehe, der Gesamtkonsum übrig bleibt. Diese historisch notwendige Gesamtkonsumquote muss durch die Gesamtnachfrage aller Wirtschaftssubjekte erfüllt werden, wenn zwischen Produktion und Konsum Gleichgewicht herrschen soll.

Da jedoch die privaten Haushalte beim Ausgeben ihres Einkommens sich dessen gar nicht bewusst sind, dass sie mit dieser Handlung die von der Produktion her gegebene, historisch notwendige Gesamtkonsumquote zu erfüllen haben, darf der Konsum insgesamt als subjektiv bezeichnet werden. Die einzige objektive Tendenz, der die privaten Haushalte folgen, ist, dass sie mit zunehmender Einkommenshöhe mehr sparen als konsumieren und in Krisenzeiten dies umso stärker tun... Das Gleichgewicht zwischen Produktion und Konsum kann aber dennoch bewahrt werden, weil das Sparen der privaten Haushalte im Normalfall von ihren Nettoinvestitionen absorbiert wird. Wird allerdings das Sparen der privaten Haushalte in einer bestimmten Geschichtsepoche (z. B. USA 1929!) größer als die durch Produktivitätssteigerungen gesenkten Nettoinvestitionen, dann entsteht eine Systemkrise; der „frei schwebende“ Teil der Ersparnisse muss wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Daraufhin erklärt sich der Staat bereit (Roosevelts New Deal!), den „frei schwebenden“ Teil des Sparens der privaten Haushalte durch Staatsverschuldung zu übernehmen und der Produktion und dem Konsum zurückzuführen.

Das so ins Gleichgewicht gebrachte Wirtschaftssystem kann so lange gut funktionieren, solange die Staatsschulden nicht erdrückend werden. Wird jedoch die Produktivität so groß, dass die Nettoinvestitionen gegen null streben und das Nullwachstum allein durch erhöhte Abschreibungsgeschwindigkeit erreicht werden kann, – was in unseren Tagen der Fall ist – dann schlägt für den Staat endgültig die Stunde der Wahrheit: Die Aufgabe der Nettoinvestitionen, das Sparen zu absorbieren, muss vollständig vom Staat übernommen werden und das Wirtschaftssystem lässt sich dadurch unweigerlich in einen globalen Staatsbankrott treiben… Damit ist das kapitalistische System historisch zu Ende und muss durch ein neues Wirtschaftssystem ersetzt werden, das vom Negativwachstum und von schrumpfenden Nettoinvestitionen ausgeht.


Frage: Die einmalige proportionale Vermögenssteuer ist nicht die einzige Maßnahme, die du zur Lösung der Schuldenfrage vorschlägst: „Parallel zu dieser Maßnahme wird weltweit eine Umschuldungsaktion vorgenommen, durch die die Staatsschulden neu strukturiert und konsolidiert werden.“ – Kannst du bitte kurz ausführen, wie die Umschuldung der Weltstaaten aussehen soll?

Antwort: Die Weltstaaten sind deshalb so hoch verschuldet, weil ihr Finanzierungssaldo (FSSt = SparenSt – NettoinvestitionenSt) nicht ausgeglichen ist. Daraus folgt, dass die Umschuldung der Weltstaaten so vorzunehmen ist, dass die historisch aufsummierten Finanzierungssalden der Wirtschaftssektoren gegeneinander ausgeglichen werden und zum Schluss die privaten Haushalte für die Restschulden aufkommen… Im Fall der USA sieht die Umschuldung folgendermaßen aus: In den Jahren 1929-2008 betrug die historische Summe der Finanzierungssalden der Wirtschaftssektoren (in Milliarden USD)

+ Privat        383,9
+ Staat    -8.100,9
+ Ausland  7.717,0
= 0 .
 
Demnach besteht die Umschuldung der USA im Jahr 2008 darin, dass das Ausland 7.717,0 Milliarden USD an den US-Staat zahlt und der Privatsektor durch eine einmalige proportionale Vermögenssteuer für die Restsumme von 383,9 Milliarden USD aufkommt. – Wenn nun alle Staaten der Welt nach gleichem Prinzip wie in den USA umschulden würden, dann würden sich weltweit negative und positive Auslandsschulden gegeneinander aufheben und die Weltstaaten wären schuldenfrei!

Natürlich wäre dieser Lösungsvorschlag für die Weltvölker nur dann akzeptabel, wenn historisch gesehen der Beweis geliefert worden ist, dass hohe Staatsschulden das Wirtschaftssystem in die Katastrophe führen und deshalb in der neuen Geschichtsepoche die Finanzierungssalden der Wirtschaftssektoren prinzipiell gegeneinander ausgeglichen sein müssen. 



Eurelios

  • Intern
  • Sr. Mitglied
  • ****
  • Beiträge: 309
    • Profil anzeigen
    • E-Mail
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #9 am: 18. April 2012, 20:01:27 »
Hallo Halil,

Du schreibst:

Das Gleichgewicht zwischen Produktion und Konsum kann aber dennoch bewahrt werden, weil das Sparen der privaten Haushalte im Normalfall von ihren Nettoinvestitionen absorbiert wird. Wird allerdings das Sparen der privaten Haushalte in einer bestimmten Geschichtsepoche (z. B. USA 1929!) größer als die durch Produktivitätssteigerungen gesenkten Nettoinvestitionen, dann entsteht eine Systemkrise; der „frei schwebende“ Teil der Ersparnisse muss wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt werden. Daraufhin erklärt sich der Staat bereit (Roosevelts New Deal!), den „frei schwebenden“ Teil des Sparens der privaten Haushalte durch Staatsverschuldung zu übernehmen und der Produktion und dem Konsum zurückzuführen.

Ein Teilausschnitt in fett:

Wird allerdings das Sparen der privaten Haushalte in einer bestimmten Geschichtsepoche (z. B. USA 1929!) größer als die durch Produktivitätssteigerungen

Das Problem von dem ganzen ist ja nicht das sparen der privaten Haushalte sondern das immer größere Geldanhäufen der wenigen
Geldeliten mittels der ``Finanzindustrie``. Kann man ja auch als privates Sparen ansehen. Das ist ja das Dilema.

Geld ist ja gleich Schuld. Also wenn die Geldeliten von Ihrer Masse von Vermögen einen großen Teil abgeben an den Staat bzw an
die Masse der Menschen und auch den Zins abschafft ja dann wird es nie einen Bankrott geben.

Schön wäre es ja. Aber das leider bei den meisten Menschen die Gier nach immer mehr sehr ausgeprägt ist wird es nicht
dazu kommen. Leider

Grüße von

Günter

Ps  In dem Link steht das Du in Tübingen gelebt hast dann kennst Du bestimmt die Burg Teck genau darunter lebe ich
     in dem schönen Ort Owen und Stokkerboot auf dem Neckar kennst Du dann auch.

Mumken

  • Sr. Mitglied
  • ****
  • Beiträge: 291
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #10 am: 19. April 2012, 06:51:46 »
Hallo Halil,

in Deinem Beitrag schreibst Du:

........
Ich versuche zuerst die Objektivität der Produktion zu erklären. Man spricht von Produktion, wenn eine bestimmte Menge von Sachgütern und Arbeitnehmern zusammenkommen, um ihre Tätigkeit in einer gewissen Anzahl von Produkten zu vergegenständlichen. Dabei steht es nach technischen Gegebenheiten der betreffenden Geschichtsepoche von vorneherein fest, welchen Anteil der Verbrauch der Sachgüter an der Produktion hat und wie schnell sich die Sachgüter abschreiben lassen. Da historisch gesehen die technologische Entwicklung immer mehr um sich greift, darf vorausgesagt werden, dass sowohl der Anteil der Sachgüter an der Produktion als auch die Abschreibungsgeschwindigkeit (die Produktivität) beständig zunehmen.
.........

Ich fürchte, ich habe das noch nicht ganz verstanden bzw. ich bringe die Enden noch nicht zusammen.

Wenn Du von der Produktion sprichst gehst Du von dem aus, was unsere Fabriken verlässt. Diese Produkte wurden mit Hilfe von Rohstoffen und menschlicher Arbeitsleistung erstellt. Je nach technischem Stand der Fabrikationsanlagen, diese sind heute anders als noch vor 20 Jahren, werden unterschiedlich viel Rohstoffe eingesetzt und der Einsatz an menschlicher Arbeitskraft sinkt mit der Zeit.

Das Fertigprodukt wird von einem Unternehmen gekauft und eingesetzt. Je nachdem wie langlebig das Produkt ist, wird es vom Finanzamt mit einer bestimmten Abschreibungsfrist belegt. Kostet ein Produkt beispielsweise  1.000  € und besitzt eine Abschreibungsfrist von 5 Jahren, so kann das Unternehmen jedes Jahr 200 € abschreiben, d. h. nach 5 Jahren besitzt das Produkt nur noch eine Wert von 0 €, zumindest in den Büchern des Unternehmens.
Nun wird das Unternehmen theoretisch ein neues Produkt kaufen, da das alte Produkt abgenutzt und auch technisch nicht mehr auf dem neuesten Stand ist. Somit würde diese Abschreibungsfrist automatisch die Produktion eines neuen Produktes mit sich bringen.

Habe ich das soweit richtig verstanden, Halil?

Wenn nicht, wäre ich Dir für eine Korrektur dankbar, ehe ich versuche mich mit den weiteren Punkten auseinanderzusetzen.

Beste Grüße aus Almanya  :)

Rudi


Halil

  • Jr. Mitglied
  • **
  • Beiträge: 69
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #11 am: 19. April 2012, 11:16:16 »

Hallo Eurelios,

Das Problem von dem ganzen ist ja nicht das sparen der privaten Haushalte sondern das immer größere Geldanhäufen der wenigen Geldeliten mittels der "Finanzindustrie". Kann man ja auch als privates Sparen ansehen. Das ist ja das Dilema.”

Makroökonomisch gesehen entsteht die „Finanzindustrie“ dadurch, indem das Sparen des Privatsektors aufgrund der technologischen Entwicklung nicht vollständig von Nettoinvestitionen absorbiert wird und ein gewisser Teil in Form von Schulden an den Staat bzw. ans Ausland abgeführt werden muss. Daraus erklärt sich die historische Notwendigkeit der Steigerung der Staatsverschuldung ins Unermessliche. Das zum Teil kriminelle Verhalten der Finanzeliten ist ein Resultat dieser historischen Entwicklung, und nicht umgekehrt.

Geld ist ja gleich Schuld. Also wenn die Geldeliten von Ihrer Masse von Vermögen einen großen Teil abgeben an den Staat bzw an die Masse der Menschen und auch den Zins abschafft ja dann wird es nie einen Bankrott geben.

Du kennst sicher die Nettovermögensverteilungskurve für Deutschland:

http://de.wikipedia.org/wiki/Datei:Verm%C3%B6gensverteilung_Deutschland_2002_und_2007.svg

Das letzte Zehntel der erwachsenen Bevölkerung besitzt bei dieser Verteilung 61 Prozent des Nettovermögens in Deutschland. Nach deinem Vorschlag zu urteilen, müsste etwa 40 Prozent des Volksvermögens von dieser Vermögensklasse abgezogen und zum Begleichen der Schulden an den Staat abgeführt werden. – Ich finde diesen Vorschlag in Ordnung. Mein eigener Vorschlag läuft auf dasselbe hinaus. Problematisch ist aber bei deinem Vorschlag die ethische Komponente der Enteignung: Mit welchem Recht enteignest du diese Menschen? Darüber hinaus kannst du nicht davon ausgehen, dass nur Deutschland zu dieser Maßnahme greift. Zumindest alle OECD-Länder müssen mitmachen, damit die Staatsverschuldung international aufgehoben wird. – Bei meinem oben angeführten Buch geht es unter anderem um die Lösung dieser Probleme.

Halil

PS: Burg Teck und Owen kenne ich nicht, obwohl ich zwanzig Jahre in Tübingen gelebt habe. Wenn du aber vom Stokkerboot auf dem Neckar sprichst, dann erkenne ich daran, dass du aus dem Norden stammst, denn der Schwabe würde sicher vom Stocherkahn schwätzen.


Halil

  • Jr. Mitglied
  • **
  • Beiträge: 69
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #12 am: 19. April 2012, 13:35:14 »
Hallo Mumken,

Ja, du hast die Zunahme der Abschreibungsquote = Abschreibungen / Bruttoinlandsprodukt auf mikroökonomischer Ebene richtig verstanden. Auf makroökonomischer Ebene existieren folgende Kurven:



Aus Wikipedia -Commons, 640px-AbschrUSAJBRD.PNG, Lizenz: Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0), Autor: Benutzer:Alex1011

Das ist nur die eine Tendenz, von der ich in meinem Beitrag spreche. Bei der zweiten Tendenz handelt es sich um die historische Zunahme der Größe Abschreibungsgeschwindigkeit (Produktivität) = Abschreibungen / Nettoanlagevermögen . Für die USA sieht die Kurve  Durchschnittliche Abschreibungsdauer = Nettoanlagevermögen / Abschreibungen folgendermaßen aus:





Eine dritte historische Tendenz betrifft die historische Zunahme des Verhältnisses Bruttoinvestitionen / Abschreibungen. Für die USA sieht diese Kurve folgendermaßen aus:










Gruß, Halil

Ergänzung Admin 21.4.12, Diagramm aus Wikipedia Commons direkt eingefügt
« Letzte Änderung: 21. April 2012, 21:14:42 von Admin »

Mumken

  • Sr. Mitglied
  • ****
  • Beiträge: 291
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #13 am: 19. April 2012, 16:31:08 »
Hallo Halil,

Dateien kann man wie im Post

http://www.um-bruch.net/uforum/index.php?topic=15.msg164#msg164

dargestellt einbinden.

Das Uploadverzeichnis habe ich auf dem Server auf schreibgeschützt gestellt, um Angriffen aus dem Internet wenig Chancen zu geben. Ich entferne heute mal den Schreibschutz. Versuche Deine Dateien einzustellen. Bei Problemen sende mir eine private Mitteilung, damit ich mir das ansehen kann.

Gruß Rudi


Ergänzung:
PS:
Das Uploadverzeichnis erlaubt jedoch nur Dateien an einen Beitrag anzuhängen.
 
Beispiel:
http://www.um-bruch.net/uforum/index.php?topic=44.msg1246#msg1246

Dabei wird die Datei jedoch nicht im Text des Beitrages dargestellt, sondern nur als Anhang. Ich vermute, dass diese Art der Darstellung nicht dem entspricht, was Du eigentlich wolltest. Somit bleibt nur die Möglichkeit wie im Post dargestellt.
« Letzte Änderung: 19. April 2012, 22:31:14 von Mumken »

Mumken

  • Sr. Mitglied
  • ****
  • Beiträge: 291
    • Profil anzeigen
Re:Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise
« Antwort #14 am: 21. April 2012, 22:10:21 »
Hallo Halil,

in Deiner Antwort schreibst Du:

......
Auf makroökonomischer Ebene existieren folgende Kurven:



Aus Wikipedia -Commons, 640px-AbschrUSAJBRD.PNG, Lizenz: Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported (CC BY-SA 3.0), Autor: Benutzer:Alex1011



Du setzt bei Deinen Ausführungen wirtschaftswissenschaftliche Kenntnisse voraus, welche in der gewünschten Form, zumindest bei mir, so nicht vorhanden sind. Nach Rücksprache mit Wikipedia habe ich Deinen Text so aufgefasst:

Mikro- und Makroökonomie sind Teilgebiete der Volkswirtschaftslehre. Die Mikroökonomie beschäftigt sich dabei mit dem Verhalten einzelner Teilnehmer, wie Unternehmer und Haushalt, am Marktgeschehen. Mein Beispiel mit der Abschreibung  „Das Fertigprodukt wird von einem Unternehmen gekauft und eingesetzt.“ wird entsprechend dem Bereich der Mikroökonomie zugeordnet.

Die von Dir angeführten Kurven der Makroökonomie beschreiben eine stetig steigende Tendenz der Abschreibungen bezogen auf das Bruttosozialprodukt (BIP). (Makroökonomie beschreibt hier die Summe der wirtschaftlichen Vorgänge in einem Lande.)  Das bedeutet doch, dass z. B.  die Höhe der Abschreibungen in der Volkswirtschaft Deutschlands von 9 % des BIP 1960 auf 14 % in 2004 gestiegen sind. Welche Schlüsse kann man hieraus ziehen?
Die Erhöhung der Abschreibungen über den Anstieg des BIP bedeutet doch, dass wir immer kurzlebigere Investitionsgüter herstellen?
Die rasante Entwicklung der Technologie bringt dies mit sich?
Oder produzieren wir mehr Schrottprodukte, welche halt nicht mehr so lange halten?
Spielt hier die „geplante Obsoleszenz“ eine Rolle, die Sollbruchstelle in unseren Produkten welche zu einem frühen Austausch zwingt?

Wie interpretierst Du die Ergebnisse des gezeigten Diagramms?


Rudi  :)