Autor Thema: Abgeltungsregime  (Gelesen 4749 mal)

Mumken

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Abgeltungsregime
« am: 18. September 2012, 21:49:07 »
Nach dem Spruch:

Besser ein Spatz in der Hand als eine Taube auf dem Dach

versucht unsere Regierung das "Steuerabkommen" mit der Schweiz unter Dach und Fach zu bringen.

Hierzu aus "MeM Denkfabrik"

"Der letzte Versuch, die Schweiz als Bankenrepublik in Dienst zu nehmen.
Das gegenwärtige Steuerabkommen ist der letzte Versuch der Schweizer Privat- und Grossbanken, den Schweizer Rechtsstaat für ihre Privatzwecke zu kapern und damit moralisch zu korrumpieren.
"

http://www.mem-wirtschaftsethik.de/blog/blog-einzelseite/article/bankenrepubl-1/

Sogar in der Schweiz gibt es massive Bedenken gegen ein solches Abgeltungsregime.

"Das Steuerabkommen versucht ein Abgeltungsregime zu etablieren. Diesem zufolge sollen nur Arbeitseinkommen der Steuerprogression unterliegen. Kapitaleinkommen werden hingegen mit einem festen Prozentsatz besteuert (»flat tax«). Auch Milliardäre sollen nur 25% Steuern zahlen, obwohl der Spitzensteuersatz in Deutschland bei 45% liegt. (Er lag bis in die 1980er Jahre hinein in allen Industrieländern weit darüber.) Dies ist eine steuerliche Privilegierung von Kapitaleinkommen."

Das Problem der Staatsschulden ist die Ausgabenseite, nicht die Einnahmeseite des Staates, nach Lesart unserer Regierung. "Wir haben jahrelang über unsere Verhältnisse gelebt" (Originalton A. Merkel)

Deshalb müssen die Steuerbelastungen der Milliardäre per Steuerabkommen auch dauerhaft  auf 25 %  reduziert werden.

Ist es jetzt vermessen zu fragen, wem dies denn den maximalen Nutzen bringt? ::)

Gruß,

Rudi

HannsGschaft

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Re: Abgeltungsregime
« Antwort #1 am: 18. September 2012, 22:55:38 »
Flat tax und Anonymität des Bankkunden könnte aber auch funktionieren.

Gehen wir mal davon aus, daß alle Ausländerkonten in der Schweiz, Liechtenstein, Luxemburg usw. mit Schwarzgeld gefüllt sind. Die Nationalität des Kontoinhabers ist den Banken immer (auch bei anonymen Konten) bekannt.
Also wie handhaben wir das?

1. Schritt: Schwarzgeld wurde bei der Entstehung nicht versteuert. Also 50% Spitzensteuersatz. Damit wird die Hälfte des Vermögensbestandes eingezogen und an den Heimatstaat abgeführt.

2. Schritt: Alle zukünftigen Einzahlungen und Erträge werden ebenfalls zu 50% anonym an den Heimatstaat abgeführt.

Das Bankgeheimnis bleibt gewahrt, alle haben was sie tatsächlich wollen, die Mafiosi können weiterhin ihren krummen Geschäften huldigen. Friede, Freude, Eierkuchen!

Mumken

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Re: Abgeltungsregime
« Antwort #2 am: 19. September 2012, 05:49:15 »
Hallo Markus,

bei Deinem Lösungsansatz hast Du wahrscheinlich die Schweizer Banken vergessen.

Flat tax und Anonymität des Bankkunden könnte aber auch funktionieren.
...........
Das Bankgeheimnis bleibt gewahrt, alle haben was sie tatsächlich wollen, die Mafiosi können weiterhin ihren krummen Geschäften huldigen. Friede, Freude, Eierkuchen!

Durch eine 50 % Steuer ist doch aus dem Schwarzgeld bereits Weißgeld geworden. Weshalb sollte jemand dieses denn noch in die Schweiz bringen?

Es wäre dann nur noch für die Anlage von illegal erworbenem Geld interessant. Die Grundlage des Schweizer Erfolgsmodells der Banken wäre zerstört.

Oder habe ich da etwas übersehen?

Gruß,
Rudi

HannsGschaft

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Re: Abgeltungsregime
« Antwort #3 am: 19. September 2012, 13:43:44 »
Hallo Rudi

Narürlich hast Du Recht. Das schweizer Bankenmodell würde dadurch empfindlich gestört. Aber doch nur die inoffizielle Version. Offiziell beherbergen sie doch kaum Schwarzgelder. Außerdem kann doch jeder mit einem Nachweis des ehrlich verdienten Vermögens die Steuer zurückfordern  ;D
Ob Schwarz- oder Weißgeld interessiert doch kaum einen Finanzminister. Hier geht es in erster Linie um die entgangenen Steuereinnahmen.

Weiterer Vorschlag:
Das Geld wird nicht an die Länder ausbezahlt, sondern verbleibt bei den Banken und wird auf Länderverrechnungskonten gutgeschrieben.
Im nächsten Schritt müßten dann die Schulden der Länder untereinander abgeglichen und per Kontotransfer saldiert werden.

Was glaubst Du, wieviele arme Länder plötzlich ihre Schuldenprobleme los wären. Einige amtierende oder Ex-Landesfürsten würden allerdings "bettelarm" aus ihrer schmuzigen Wäsche gucken  :'(

Sollte der weitere Geldzufluß bei dieser Aktion etwas ins Stocken geraten, müßen die schweizer usw. Banken eben kleinere Brötchen backen oder sich ein neues Geschäftsfeld suchen.

Man darf ja wohl noch träumen. Aber bitte, bitte bring mich sanft in die reale Welt zurück.

Gruß
Markus