Autor Thema: Ökonomen zittern vor Griechen-Austritt  (Gelesen 7530 mal)

Halil

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Ökonomen zittern vor Griechen-Austritt
« am: 30. Mai 2012, 15:49:01 »
FTD-Konjunkturschattenrat Mai-Umfrage:
Ökonomen zittern vor Griechen-Austritt


Was passiert in Deutschland, wenn Griechenland die Euro-Zone verlässt? Es wird schlimm, meint der FTD-Schattenrat. Einer der Ökonomen befürchtet dann zu fast 100 Prozent eine Rezession.

von Martin Kaelble 
 
http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:ftd-konjunkturschattenrat-mai-umfrage-oekonomen-zittern-vor-griechen-austritt/70043914.html


Eurelios

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Re:Ökonomen zittern vor Griechen-Austritt
« Antwort #1 am: 30. Mai 2012, 20:19:49 »
Hallo Halil,

in dem Artikel steht under anderem folgendes:

Die Wahrscheinlichkeit für eine Rezession in Deutschland in einem Austrittsszenario schätzen die Ökonomen im Schnitt auf immerhin 42 Prozent. David Milleker, Chefvolkswirt von Union Investment, sieht die Wahrscheinlichkeit sogar bei 99 Prozent.

Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. 42 % oder 99%  ??? Mich würde mal wirklich interessieren
wie diese Superökonomen auf solche genau % - Zahlen kommen. Meines Erachtens ist dies alles nur noch Quatsch. Wir haben ein marodes
Geldsystem das in seinen Endzügen ist und von unseren meisten Ökonomen, durch ihre Studiumausbildung von den alten ``Meister``,
gar nicht mehr begreifen können das auch daß derzeitige Geldsystem scheitern wird. Nach dem Motto: Es darf nicht sein was nicht sein darf.

Also Scheuklappen auf und weiter laufen  so wie bisher. Der Nachteil ist durch diese Scheuklappen kann man nur nach vorne blicken und leider nicht
nach unten und somit sieht man die Klippen nicht die immer näher kommen. Wir sind nur noch wenige Meter davon weit weg.

Und dieser Artikel von Heute in der WIWO von Felix Zulauf bringt die derzeitige Lage von unserem  Geldsystem auf den  Punkt, oder wie
man so schön sagt, er trifft den Nagel zielgenau auf den Kopf.

Auszug:

Sind Sie auch so sicher wie Bundespräsident Joachim Gauck, dass der ESM auch vor dem Bundesverfassungsgereicht besteht?

Vielleicht bemängelt das Verfassungsgericht den ESM, wenn Klagen eingingen. Grundsätzlich ist es aber doch so, dass heutzutage das Top-Management der Großindustrie, die hohe Politik und die hohe Justiz eng miteinander verbandelt sind. Man wird sich arrangieren. Da wird nicht mehr sehr demokratisch entschieden. Wir nennen uns zwar Demokratie, aber die Demokratie ist in den meisten Industrieländern im Niedergang. Und der Stimmbürger spürt, dass an seinen Interessen vorbei regiert wird.

http://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/geldprofi-felix-zulauf-unendliches-leid-ueber-europa/6667872.html

So wird es kommen. Leider.  :(  


Viele Grüße von Günter

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Re:Ökonomen zittern vor Griechen-Austritt
« Antwort #2 am: 02. Juni 2012, 08:27:12 »
Hallo Halil,

die Fortsetzung der Diskussion habe ich verschoben und zwar nach Zur Lösung der Weltwirtschafts- und Klimakrise.

Der Inhalt passt m.E. besser zum Gespräch über den Inhalt Deines Buches.

Ich hoffe, das ist Dir recht so?

Beste Grüße,

Rudi


HannsGschaft

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Re:Ökonomen zittern vor Griechen-Austritt
« Antwort #3 am: 06. Juni 2012, 17:18:05 »
Wenn Griechenland aus der Währungsunion austritt dürfte es einen wesentlich interessanteren Aspekt geben, als uns die Ökonomen im Moment erzählen.
Mal angenommen, einige Berichte über sehr große Öl- und Gasvorkommen auf griechischem Staatsgebiet (sowohl unter dem Festland, als auch in der Ägäis und rund um Kreta) sind zutreffend. Was passiert mit den Schulden, die Griechenland bei einer Staatspleite und infolgedessen Austritt (Rauswurf) erlassen werden? Auf wessen Schultern werden die von der EZB aufgekauften griechischen Euro-Anleihen abgeladen?

Ministerpräsident Papandreu hatte noch vor einigen Monaten vehement behauptet: "Griechenland besitzt weder Öl noch Gas in nennenswerter Menge". Wie kann das sein, wenn Explorationsfirmen aufgrund von geologischen Erkenntnissen seit Jahren vergeblich bemüht sind, Bohrrechte von der griechischen Regierung zu bekommen. Wie kann es sein, das ein paar km entfernt von Kreta, Libyen Gas in großen Mengen fördert, wärend es in GR keins gibt? Wie kann es sein das Montenegro, Albanien, Bulgarien, Türkei, Ägypten und Libyen ihr Öl/ Gas abpumpen und Griechenland genau im Epizentrum dieser hier aufgezählten Länder nichts hat?

Nach einem Handelsblatt-Bericht vom 06.11.2011 werden sogar dem griechischen Ölunternehmen ENERGEAN ohne Angabe von Gründen die Bohrrechte verweigert.
http://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/rohoel-suche-griechenland-will-oel-foerderung-ausbauen-seite-all/5788310-all.html

Ein weiterer Bericht zu diesem Thema findet sich hier:
http://griechischerwein.wordpress.com/2011/06/08/griechisches-gas-hochverrat/
Die wirtschaftspolitische Handelsorganisation Scandic Org bestehend aus sieben nordeuropäischen Staaten (Schweden, Norwegen, Dänemark, Island, Estland, Lettland und Litauen) bot GR einen Kredit mit einer Laufzeit von fünf Jahren über 250 Milliarden an. Das geschah zu beginn der Wirtschaftskrise in Hellas, bevor also die Troika (EU, IWF und EZB) mit der entgültigen Zerstörung griechischen Wirtschaft begonnen hat. Als Gegenleistung forderte Scandic Org für fünf Jahre Exklusivrechte für das Gas- und Ölvorkommen auf griechischem Boden.

Sollte auch nur ein Teil dieser (und vieler anderer) Berichte zutreffend sein, dürfte es sich hier um einen gigantischen Betrug gegenüber dem griechischen Volk und Resteuropas handeln.

mfg
Markus

« Letzte Änderung: 06. Juni 2012, 17:24:55 von HannsGschaft »

Eurelios

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Re:Ökonomen zittern vor Griechen-Austritt
« Antwort #4 am: 06. Juni 2012, 20:32:45 »
Hallo Markus,

da ist was dran. Deine Vermutungen gehen in die richtige Richtung. Es ist wohl politisch so gewollt das in GR diese Rohstoffe nicht
gefördert werden sollen.

Aber Betrug an der griechische Bevölkerung? Kann auch andere Gründe haben.

Warum?

Das einzige was mir da einfällt ist, das die Förderung von Rohstoffen den Tourismus in GR ins Minus ziehen würde. Wer will schon am Strand auf Kreta
vor seiner Nase Bohrtürme sehen. Da ja viele Einheimische dort ihren Arbeitsplatz haben ( ist doch schön immer Sommer zu arbeiten
und im Winter die Seele baumeln zu lassen) wäre ein Einbruch des Tourismus für diese Griechen ein Griff ins Klo.

Die dann wegfallenden Arbeitsplätze könnten nie und nimmer mit den dann  für die Förderung von Oil neu erschaffenen Arbeitsplätze kompensiert
werden weil die Ölfirmen dort nur billige Pakistanis und ähnliches einstellen würden und auch die Mentalität des Griechen dies nie entsprechen würde.

Sartire an:

Vieleicht muß ja GR wegen seinen Schulden zb Kreta verkaufen dann wäre der Weg frei für die großen Absahner der Ölindustrie
(wobei natürlich unser sogenannten Geldeliten dahinterstecken)

Sartire aus.

  Viele Grüße von

Günter

HannsGschaft

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Re:Ökonomen zittern vor Griechen-Austritt
« Antwort #5 am: 07. Juni 2012, 19:32:31 »
Hallo Günter

Ich denke, eine Öl- oder Gasfördereinheit stört die Touristen weniger als mehrere hundert oder tausend Windräder (siehe dazu Ofshore Windparks in der Nord- und Ostsee).
Außerdem wollte Scandic Org auch die Personalstruktur und das Transportwesen zugunsten Griechenlands festlegen. Bei dem griechischen Unternehmen ENERGEAN dürfte es auch keine Frage sein, woher das Personal kommt und wohin die zu versteuernden Gewinne fließen.

Ich befürchte da steckt mehr dahinter. Die erwähnten Anrainerstaaten werden weiterhin bedenkenlos das gesamte Lagerbecken und durch Querbohrungen die danebenliegenden Bereiche leerpumpen. Hätten deren Bevölkerung etwas davon, wäre dagegen ja auch gar nichts einzuwenden.

Betrug am griechischen und europäischen Volk ist es nach meiner Meinung, weil den Menschen irre Belastungen für die erforderlichen Zinszahlungen abverlangt werden, obwohl Griechenland eigentlich schuldenfrei sein könnte.

Schuldenfrei???? qui bono
Wohin sollten die globalen Finanzoligarchen mit ihrem Geld, wenn es keiner mehr haben will? Und die Mächtigen der Ölstaaten müssen auch noch weiter gefüttert werden, damit sie nicht auf allzu dumme Gedanken kommen.

mfg
Markus