Autor Thema: Nachhaltige Energiegewinnung - ohne die heiße Luft  (Gelesen 6547 mal)

Mumken

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Nachhaltige Energiegewinnung - ohne die heiße Luft
« am: 06. Januar 2012, 20:24:08 »
Hallo Markus,

zu Deinem Steckenpferd Energiegewinnung/Energiespeicherung habe ich im Netz ein sehr interessantes Buch entdeckt. Es ist dies eine Übersetzung der engl. Originalausgabe von Sustainable Energy - without the hot air-

Frei verfügbar im Netz unter

http://www.inference.phy.cam.ac.uk/sustainable/book/translate/nachhaltige_energiegewinnung_a2.pdf

Habe mir das Buch mal ausgedruckt, kann jedoch noch keine Angaben über dessen Qualität treffen. Allem Anschein nach aber eher wohltuend seriös gegenüber dem allgemeinen Gefasel.

Schau es Dir mal an. Die gedruckte Version kann ich Dir auch gerne zur Verfügung stellen. ;D (nur knapp 400 Seiten)

Beste Grüße

Rudi
                 


Mumken

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Re:Nachhaltige Energiegewinnung - ohne die heiße Luft
« Antwort #1 am: 06. Februar 2012, 22:06:36 »
Hallo Markus,

zu Deinem Steckenpferd Energiegewinnung/Energiespeicherung habe ich im Netz ein sehr interessantes Buch entdeckt. Es ist dies eine Übersetzung der engl. Originalausgabe von Sustainable Energy - without the hot air-

Frei verfügbar im Netz unter

http://www.inference.phy.cam.ac.uk/sustainable/book/translate/nachhaltige_energiegewinnung_a2.pdf

Habe mir das Buch mal ausgedruckt, kann jedoch noch keine Angaben über dessen Qualität treffen. Allem Anschein nach aber eher wohltuend seriös gegenüber dem allgemeinen Gefasel.

...............              



Das Buch hat in der Tat mehr gehalten als es versprochen hat. Sowohl Markus als auch ich haben es ganz durchgelesen und finden die Informationen dort sehr gut aufbereitet, allgemeinverständlich dargestellt und eindeutig nicht von einer Lobby gesponsert (zumindest für uns nicht erkennbar).

Für mich das erste Buch welches mir die Möglichkeit eröffnet, die verschiedenen Energiegewinnungsarten  einigermaßen objektiv zu bewerten und gegenüber zustellen. Besonders interessant ist die Darstellung der Größenordnungen, welche die einzelnen Energiearten an einem Gesamtbedarf zur Verfügung stellen können.

Markus möchte dieses Buch auch im Wiki etwas darstellen und hat eine entsprechenden Darstellung in Arbeit.

Ein Thema welches uns sicher immer öfter berührt und an welchem wir auch nicht vorbeikommen werden.

Demnächst einmal mehr hierzu.

Rudi :)

Matthias

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Energiewende und ihre Probleme in Zahlen und Fakten
« Antwort #2 am: 11. Februar 2012, 10:41:08 »

Ein Thema welches uns sicher immer öfter berührt und an welchem wir auch nicht vorbeikommen werden.
Demnächst einmal mehr hierzu.

Freue mich schon drauf, habe das Dokument noch nicht gelesen und wüsste aber gerne mehr darüber! (Dieses Dilemma dürfte bekannt sein ...  :D )

Vielleicht von Interesse:

Fakten zur Stromerzeugung in Deutschland

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=247583


.....

If you have an apple and I have an apple and we exchange these apples then you and I will still each have one apple. But if you have an idea and I have an idea and we exchange these ideas, then each of us will have two ideas.
  --  George Bernard Shaw

Mumken

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Re:Nachhaltige Energiegewinnung - ohne die heiße Luft
« Antwort #3 am: 12. März 2012, 08:52:16 »

Freue mich schon drauf, habe das Dokument noch nicht gelesen und wüsste aber gerne mehr darüber! (Dieses Dilemma dürfte bekannt sein ...  :D )


Markus hat ja jetzt im Wiki sein Projekt "Nachhaltige Energie" gestartet. Die ersten 4 Seiten sind eingestellt. Bemerkenswert ist die Herangehensweise an das Energiethema. Es wird versucht, den tatsächlichen Bedarf an Energie pro Person und Tag zu ermitteln und diesem die mit erneuerbaren Energien erzeugbare Menge gegenüber zustellen.
Ein wichtiges erstes Ergebnis ist, dass auch die künftigen erneuerbaren Energien nicht in der Lage sind, den jetzigen Energiebedarf pro Person und Tag zu decken.

Was ist zu tun? ???

Mehr dazu auf:

http://www.um-bruch.net/uwiki/index.php/Nachhaltige_Energie:_Einleitung

Zitat
Vielleicht von Interesse:

Fakten zur Stromerzeugung in Deutschland

http://www.dasgelbeforum.de.org/forum_entry.php?id=247583
......


Danke für den Hinweis Matthias. Dieser Beitrag wird zur Zeit intensiv durchforstet.

Beste Grüße,

Rudi

HannsGschaft

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Re:Nachhaltige Energiegewinnung - ohne die heiße Luft
« Antwort #4 am: 22. März 2012, 14:43:32 »
Hallo Forumsgemeinde

Falls jemand belastbares Zahlenmaterial über den Energieverbrauch (Strom, Heizung, Treibstoffe) auf Gemeinde-, Stadt-, Landkreis- oder Bundesland-Ebene hat, bitte ich um entsprechende Informationen.

Bei meinen Nachforschungen bin ich auf ein Phänomen gestossen. In vielen Städten und Ländern werden in Behörden und Privatorganisationen zunehmend Abteilungen zum Thema Energieverbrauch und Nachhaltigkeit gegründet. Dabei scheinen sich alle auf den Privatsektor und den kleinen Handels- und Handwerkssektor einzuschiessen. Selbst über industrielle Grossverbraucher sind aus der Bundesstatistik (DESTATIS) aus vielen älteren Zahlen nur aktuelle Werte zu errechnen oder abzuschätzen. Über den öffentlichen Energiehaushalt herrscht dagegen ausgiebiges Schweigen.

Wer Ideen zur nachhaltigen Energiegewinnung hat, kann diese hier ausgiebig breittreten. Auch wenn diese auf den ersten Blick etwas verrückt klingen mögen. Gedanken und Ideen sind frei, sonst wären wir heute noch in der Steinzeit.
Ein besonderes Problem stellt derzeit die Speicherung von überschüssiger Energie dar. Was 100-tausende Hausdächer mit ihren Photovoltaikanlagen an einem wolkenlosen Sommertag liefern, ist mitunter zu viel des Guten. Aber wehe es ziehen ein paar Wolken über das Firmament. Schon braucht der Handwerker nur in den Himmel zu gucken um zu wissen, ob er heute seine Bohrmaschine für einige Momente nutzen kann. Gleiches gilt natürlich auch für Windkraftanlagen. Der Wind weht nun mal in der gesamten Bandbreite von gar nicht bis zu stark. Und das auch noch nicht einmal gleichmässig.
Für die Speicherideen bitte ich nicht Österreich, die Schweiz oder Norwegen mit Speicherseen und den dazugehörigen Pumpkraftwerken zu überfluten. Wir wollen doch unseren Nachbarn nicht zumuten, was wir im eigenen Land durch Landschafts- und Naturschutz verbieten. Bei gigantischen Speicherbaterien wäre zu berücksichtigen, dass die erforderlichen Rohstoffe (z.B. Lithium) aus fernen Ländern stammen und deren Abbau teilweise mit riesigen Umwelt- und Naturschäden verbunden ist.

Wie ihr seht ist das Thema "Nachhaltige Energie" nicht so einfach, wie es aus Politik und Medien immer tönt.
Phantasie und Erfindungsgeist ist gefragt. Und nicht hysterischer Aktionismus.

mfg
Markus

PS: Lasst eurem Geist freien Lauf. Ich denke in der breiten Masse entstehen mehr brauchbare Ideen, als in trockenen Amtsstuben und manchen Planungsbüros mit ihren eingefahrenen Aktionsmustern.

HannsGschaft

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Re:Nachhaltige Energiegewinnung - ohne die heiße Luft
« Antwort #5 am: 02. Juni 2012, 18:51:23 »
Die "Nachhaltige Energie" im Wiki ist wieder etwas gewachsen. Im Abschnitt Vergleichsrechnung ist es mir nun endlich gelungen, den öffentlichen Energieverbrauch von Bund, Ländern und Gemeinden mit akzeptablen Zahlen darzustellen. Ich denke, die 0,0x kWh/d/P unserer ministerialen Reisetätigkeiten würden das Gesamtbild nicht so sehr verändern, um den erforderlichen Zeitaufwand für Nachforschungen zu rechtfertigen. Überlassen wir es also unserem Ex-Umweltminister Gabriel und seinen Nachfolgern, nach seinem Vorschlag zu handeln und die Ministerreisen mit gekauften Zertifikaten abzugelten. Kostet ja nur Steuergelder die man locker wo anders einsparen kann.


HannsGschaft

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Re:Nachhaltige Energiegewinnung - ohne die heiße Luft
« Antwort #7 am: 08. Juni 2012, 19:27:51 »
Hallo Günter

Interessanter Artikel. Insbesondere in den Kommentaren wurde richtig angemerkt, dass die ganze Galerie an "Nebenprodukten" wie z.B. Schmierstoffe, Kunststoffe, Bitumen, Industriegas usw. ohne den Destiliervorgang für Benzin, Heizöl usw. gar nicht möglich wären. Rund um Ölraffinerien haben sich in den letzten 40 Jahren eine vielzahl von petrochemischen Industrien angesiedelt, um aus den Destilationsrückständen (früher Abfall) neue Produkte herzustellen.

Man sieht also, das eine geht nicht ohne das andere. Ohne die "leichten" Bestandteile aus dem Rohöl herauszuholen, gäbe es auch keine langen "schweren" CH-Molekylverbindungen.

mfg
Markus

HannsGschaft

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Re: Nachhaltige Energiegewinnung - ohne die heiße Luft
« Antwort #8 am: 23. Juli 2013, 19:12:50 »
Der geneigte Leser könnte leicht den Eindruck bekommen, hier und im Wiki geht nichts voran. Also ist wohl auch die Ankündigung zur Aufarbeitung dieses Themas nur "heiße Luft".
Ich gestehe, ich hatte mir das Ganze doch etwas sehr viel einfacher vorgestellt. Belastbares Zahlenmaterial für die Verbrauchswerte zu ermitteln war schon sehr mühsam. Jetzt, dachte ich, wird es einfacher. Ich muss ja nur die Leistungen der einzelnen "Erneuerbaren" (Wind, Sonne, Biomasse, Geothermie) zusammen zählen und schon habe ich den erforderlichen Installationsbedarf. Der Teufel liegt wie immer im Detail.
Wind und Sonne liefern ihre Energie wann und wo sie wollen, und das noch nicht einmal konstant oder irgendwie berechenbar. Die Tabellen der Leipziger Strombörse zeigen hierzu erschreckende Schwankungen im Viertelstundentakt. Mit Biomasse und Geothermie betriebene Kraftwerke müssten dementsprechend permanent mitlaufen um die Netzstabilität zu sichern. Schnelle Stromspeicher zum Ausgleich von Lastspitzen sind ebenfalls erforderlich. Und wieviel von allem brauchen wir? Der letzte Winter hat gezeigt, dass Photovoltaik so gut wie nichts geliefert hat. Die Windleistung stand ebenfalls mehrmals über einige Tage hinweg bei annähernd Null (Deutschlandweit). Biomassekraftwerke können den Ausfall von Wind und Sonne über mehrere Tage oder Wochen problemlos ausgleichen. Aber zur permanenten Netzstabilisierung fehlt uns ganz einfach die erforderliche landwirtschaftliche Nutzfläche um die benötigten Gasmengen bereit zu stellen. Hierzu werden auch gerne Blockheizkraftwerke erwähnt. Die werden zwar nicht mit Gas befeuert, die gigantischen Mengen an brennbarem Material müssen aber auch hierfür von irgendwo angeliefert werden.
Zuletzt noch Geothermie. Der Wärmeertrag aus Tiefenbohrungen bis 100 Meter reicht hierzulande gerade einmal zum Beheizen von einzelnen Wohnhäusern in ländlicher Umgebung. Bei ganzen Dörfern oder gar Städten wäre die Bohrlochdichte einfach zu groß. Die Wärme wird zwar nur punktuell entnommen, bedarf aber eines regional unterschiedlichen "Einzugsbereiches". Zum Betrieb von Kraftwerken sind allerdings ganz andere Temperaturen erforderlich. Und da redet man in Deutschland von Bohrtiefen in der Größenordnung von 4.000 bis 6.000 Metern. Wobei hier auch noch die ertragversprechendsten Gebiete (z.B. Oberrhaingraben) wegen tektonischer Probleme ausgeschloßen werden müssen. Eine Bohrung bei Basel auf 4.000 Meter Tiefe hat ein Erdbeben der Stärke 3,2 ausgelöst und somit die bekannten Einwände der Geologen bestätigt.

Noch ein Punkt. Speicher, egal welcher Art, müssen bei Bedarf gefüllt sein. Dementsprechend sind zum richtigen Zeitpunkt (Speicher leer) die passenden Überschüße in der Stromproduktion erforderlich.

Wie Sie sehen, habe ich mich hier nur mal mit dem Thema Strom etwas ausführlicher befasst. Die Antriebstechnik für unsere PKWs, LKWs, Schiffe, Flugzeuge kommt noch dazu. Und nicht zu vergessen, die Prozesswärme für unsere Stahl-, Kunststoff- und Chemie-Industrie. Von verschiedenen Kleinbetrieben in Be- und Verarbeitung mal ganz abgesehen.

Ich versichere Ihnen, ich bin noch dran am Thema. Auch wenn der Frust manchmal über groß ist, ob der eigenen oder an mich herangetragenen Einwände zur Machbarkeit von "100% Erneuerbare".
Grundsätzlich vertrete ich ja die Meinung: Machbar ist fast alles. Die Frage ist nur, rechnet sich der Aufwand?