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Nachrichten - Mumken

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Zum unten gezeigten Diagramm ein aktueller Vortrag von Michael Hartmann, aufgenommen im Rahmen der Reichtumskonferenz am 27.11.2013. Wie ticken die Eliten? Ein eindrucksvoller Beitrag zum Verständnis der bestehenden Vermögensverteilung.

#Reichtum2013: "Rechtfertigung von Reichtum und Macht" - Keynote von Michael Hartmann



Ich habe die Nettovermögensverteilungskurve für Deutschland schon einmal angeführt:


Aus Wikipedia,  Datei:Verm%C3%B6gensverteilung_Deutschland_2002_und_2007.svg, Lizenz: gemeinfrei, Autor: Wikipedia/Bundeszentrale für politische Bildung


Nach dieser Kurve besitzt das letzte Zehntel der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland 61 Prozent des Nettovermögens. Mein Vorschlag läuft darauf hinaus, etwa 40 Prozent des Volksvermögens ( 6,5 Billionen € x 0,4 = 2,6 Billionen € ) von dieser Vermögensklasse abzuziehen und zum Begleichen der Staats- und Auslandsschulden zu verwenden.
...........




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Das Geldrätsel / Friedrich A. Lutz
« am: 18. Dezember 2013, 08:11:54 »
Die Theorie der "multiple Giralgeldschöpfung" wird auch von Friedrich A. Lutz bereits 1970 angegriffen. Die von Phillips getroffenen Annahmen hält er für unrealistisch.

Einige Aussagen aus seinem Aufsatz "Geldschaffung durch die Banken" mit Erläuterungen können unter

http://www.um-bruch.net/uwiki/index.php/Friedrich_A._Lutz

nachgelesen werden.

Beste Grüße
Rudi

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Das Geldrätsel / Helmut Creutz
« am: 16. Dezember 2013, 09:49:10 »
In die Reihe der Befürworter einer "orthodoxen Kredittheorie" lässt sich nach Phillips und Scheytt auch Helmut Creutz einordnen.

Einige Merksätze:
  • "Die Banken nehmen und geben Kredit" und sie können "nicht mehr Kredit geben als sie selbst empfangen haben"
  • „Verleihen kann man immer nur etwas, was bereits da ist.
  • „So kann die Menge des Brotes nur durch Arbeitsleistungen der Bürger vermehrt werden und die Menge übertragbarer Guthaben nur durch Bargeldeinzahlungen bei der Bank.“
belegen diese Zuordnung recht eindeutig.

Die, seinem Werk "Das Geldsyndrom" zugrunde liegende "orthodoxe Kredittheorie", reichert er mit Elementen der "modernen Kredittheorie" an. Die dadurch entstehenden Widersprüche werden nicht erwähnt und demzufolge auch nicht aufgelöst.

Die Schöpfung von zusätzlichen, kaufkraftwirksamen Zahlungsmitteln wird von Creutz beschrieben, jedoch nicht als Geldschöpfung erkannt. Er bezeichnet sie stattdessen als "Rückzahlung von überflüssigem Bargeld an die Zentralbank" oder aber als "Erhöhung der Kreditgewährungsmöglichkeiten der Banken" und damit eine "Effektivitätssteigerung in der Geldnutzung"

Weiter:
http://www.um-bruch.net/uwiki/index.php/Helmut_Creutz:_Versteckte_Geldsch%C3%B6pfung

Grundlagen zur "orthodoxen Kredittheorie" sind unter
http://www.um-bruch.net/uwiki/index.php/Helmut_Creutz:_Orthodoxe_Kredittheorie
zusammengefasst.

Beste Grüße
Rudi :)

19
Das Geldrätsel / Martin Scheytt
« am: 09. Dezember 2013, 21:58:28 »
Nachdem die Grundlagen der "multiplen Geldschöpfung" nach "Chester Arthur Pillips" in einem Wikiartikel näher untersucht wurden,
http://um-bruch.net/uwiki/index.php/Chester_Arthur_Phillips
war auch eine Überarbeitung des Artikels zu Martin Scheytt erforderlich.

Wenn Scheytt von einer Überschussreserve spricht, versteht er darunter, dass mehr Spareinlagen bei der Bank vorhanden sind, als Kredite erteilt wurden. Es ist also "überflüssiges Bargeld" in der Kasse.
Meine Annahme, das es sich bei der Überschussreserve um den gemäß Geldschöpfungsformel nicht verwendeten Anteil an Zentralbankgeld handelt, kann aus Scheytts Dissertation nicht herausgelesen werden. Der Artikel Martin Scheytt wurde also entsprechend angepasst.

http://um-bruch.net/uwiki/index.php/Martin_Scheytt:_Inhalt

Man lernt halt immer noch dazu. Sich in den Gedanken eines anderen Autors zurechtzufinden, ist nicht immer so ganz einfach. ;)

Grüße
Rudi






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Politik / Re: Demokratie fremdgesteuert
« am: 14. November 2013, 22:36:32 »
Zum Thema "fremdgesteuert" passt auch der Artikel von "Le Monde", Ausgabe vom 8.11.2013

TAFTA - die große Unterwerfung

Aufgeregte Politiker von Berlin bis Brüssel sehen durch den NSA-Skandal das Transatlantische Freihandelsabkommen in Gefahr. Über das, was in dem angestrebten Vertrag stehen soll, reden sie nicht so gern. Ein Blick auf die ersten Blaupausen lässt ahnen, was Europas Bürger nicht zu früh erfahren sollen.

http://www.monde-diplomatique.de/pm/2013/11/08.mondeText1.artikel,a0003.idx,0

Rudi

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Politik / Demokratie fremdgesteuert
« am: 14. November 2013, 07:53:43 »
Ein Vortrag von Prof. Dr. Brigitte Unger WSI
(Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliches Institut) der Hans Böckler Stiftung
WSI-Herbstforum 2012

Hat Politik noch eine Chance gegen Krisenursachen und Krisenfolgen?

WSI-Herbstforum 2012 - Hat Politik noch eine Chance gegen Krisenursachen und Krisenfolgen?


(3’32’’)
Die Wirtschaftspolitik wird nicht mehr von vom Volk gewählten Parlamenten gemacht sondern von nichtgewählten Organen.
Es ist die Herrschaft der
  • Richter
  • Finanzmärkte
  • EU-Bürokratie
  • EZB
  • Experten

in Dieser Auflistung fehlen mE jedoch noch einige indirekt Beteiligte.
  • Lobbyisten der Konzerne und Interessensgemeinschaften z.B. BDI, NSM und viele andere
  • Medien
  • Stiftungen (z.B. die Bertelsmannstiftung)
  • Einfluss über Drittmittelfinanzierungen an den Hochschulen


Das Verhältnis von Sozialprodukt zu Finanzvermögen wird an einem Schaubild gut dargestellt.
(10’27’’)
für 1990: Weltbrutto-Inlandsprodukt 10.1 Trillionen$; Bruttoanlagenvermögen der Finanzmärkte 12 Trillionen$
für 2010: Weltbrutto-Inlandsprodukt 63,3 Trillionen$; Bruttoanlagenvermögen der Finanzmärkte 214 Trillionen$
Bestand 1990 noch ein "gesundes" Verhältnis von 10,1 zu 12 so ist es 2010 vollkommen entartet zu 63 zu 214.
Die Finanzmärkte haben sich abgekoppelt und spielen mit der Realwirtschaft, als nicht vollwertigem Mitspieler,  ihr eigenes Spiel. Die Regeln dieses Spiels werden indes, im Rahmen der weltweiten Deregulierung, von der Finanzmärkten selbst geschrieben.

Ein sehr informativer Vortrag, den man sich auch ganz anschauen sollte.

Gruß
Rudi

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Wirtschaft / Steuererhöhungen NEIN, PPP JA
« am: 05. November 2013, 22:39:39 »
Nachdenkseiten
Public Private Partnership: Seit 15 Jahren eine Spur des Scheiterns

Zitat
Die CDU/CSU lehnt bisher in den Koalitionsverhandlungen Steuererhöhungen für die hohen Einkommensbezieher und auf Kapitaleinkommen strikt ab.
...........
Schon in der Vergangenheit war die öffentlich-private Partnerschaft (PPP), eine Form der Privatisierung öffentlicher Investitionen und Leistungen der Daseinsvorsorge, ein häufig eingesetztes Instrument zur vordergründigen Entlastung der verschuldeten öffentlichen Kassen.


http://www.nachdenkseiten.de/?p=19161#more-19161

So eignet man sich nachhaltige Einkommensquellen an, mit einem Schuldner höchster Bonität, dem Konsumenten. Gas, Strom, Wasser, Straßen, Krankenhäuser, usw., eine lange Kette erstklassiger Investitionen mit geheimgehaltenen Vertragswerken und gesichertem Profit. Da nach diesen Spielregeln beim Neustart im Monopoly-Spiel die vorhandenen Hotels und Häuser bei den vorherigen Gewinnern verbleiben, ist auch der Ausgang des neuen Spiels vorgezeichnet. Reset nach den alten Regeln!

Im Beitrag heißt es zwar:
Zitat
Gemeinsam mit der öffentlichen Hand haben sie ein intransparentes System geschaffen, von dem vor allem sie selbst profitieren – zulasten von Mittelstand und Verbrauchern.

jedoch bezweifle ich stark die Mitwirkungsmöglichkeit der öffentlichen Hand bei solchen Vertragswerken. Zur Erstellung oder Wertung solcher tausendseitigen Vertragswerke besitzt die öffentliche Hand keine Experten und kauft sich dieses Fachwissen bei den Privaten ein. Dass es sich dabei unter Umständen um die gleiche Kanzlei handelt, die auch den Vertrag selbst erstellt hat, ist dabei kein Hinderungsgrund. Befindet sich eine Kommune in ernsthaften Schwierigkeiten, so ist jeder Ausweg recht, besonders wenn die Auswirkungen unbekannt sind oder sich zumindest erst mittelfristig zum Nachteil der Kommune entwickeln. Dann sind halt  andere Politiker verantwortlich und nicht mehr die Verursacher. Auf diese kann man dann nur noch schimpfen.

Gruß
Rudi

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Geldsystem / Guthaben JA, Schulden NEIN ?
« am: 30. Oktober 2013, 18:09:04 »
In einem Beitrag auf der Seite

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Warum-die-Schulden-verteufeln-article11630326.html

schreibt Raimund Brichta:

Zitat
Schulden? Will keiner haben. Geldvermögen steht dagegen hoch im Kurs. Dass es sich dabei lediglich um die beiden Seiten derselben Medaille handelt, vergessen viele. Ein wichtiger Zusammenhang, warum also die Schulden so verteufeln?


Eigentlich logisch, oder?

Grüße
Rudi

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Politik / Die Eurokrise anders sehen
« am: 29. Oktober 2013, 17:19:42 »
Flassbeck erläutert anhand wissenschaftlicher Fakten anschaulich, wie die deutsche Politik systematisch die Europäische Union zerstört. Vortrag auf dem 17. Potsdamer Kolloquium zur Außenpolitik mit dem Titel: «20 Jahre nach den Verträgen von Maastricht - Die Europäische Union in der Krise?». Potsdam,

Heiner Flassbeck: «Europa braucht einen Neuanfang» Small | Large


Die Wirtschafts- und Finanzkrise und ihre Folgen.
Podiumsdiskussion mit Heiner Flassbeck (Ökonom), Thomas Händel (MdEP DIE LINKE), Hartmut Elsenhans (Prof. em., Leipzig) und Lutz Kleinwächter (WeltTrends), Moderation: Cornelia Hildebrandt, Rosa-Luxemburg-Stiftung
17. Potsdamer Kolloquium zur Außenpolitik.
Potsdam, 11.10.2013. Mehr: www.rosalux.de/documentation/46467

20 Jahre nach Maastricht: Der Weg in die Krise Small | Large






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Das Geldrätsel / Phillipsmultiplikator
« am: 26. Oktober 2013, 22:50:11 »
Auf der Suche nach Informationen zur multiplen Giralgeld- bzw. Keditschöpfung wird immer wieder auf Chester A. Phillips und sein Werk "Bank Credit" verwiesen. Auch aktuelle Vorlesungsskripte nehmen noch auf den nach Phillips benannten "Phillipsmultiplikator" Bezug. Vermehrt wird jedoch auch die Ansicht vertreten, dass die Herleitung dieses "Phillipsmultiplikators " falsch sei. Auch die Multiplikatorformel selbst wird in Frage gestellt.

Zu Klärung dieser Gegensätze habe ich mich mit dem Buch von Phillips beschäftigt, einiges übersetzt, bewertet und das Ergebnis auf der Wikiseite
http://www.um-bruch.net/uwiki/index.php/Chester_Arthur_Phillips
dargestellt.
Phillips ging es bei seiner Beweisführung in erster Linie um seine These, dass eine einzelne Bank nicht in der Lage sei, ein Mehrfaches einer Einlage als Darlehen zu gewähren, der Verbund der Banken hingegen sehr wohl. Zur Erläuterung der Einlagen- Darlehensvorgänge im Bankensystem entwickelte er dann Berechnungsformeln, welche von späteren Autoren als "geometrische Reihenentwicklung" erkannt wurden und auch so bis zum heutigen Tage als Vorlesungsstoff Studenten das Leben erschweren. Bei sorgfältiger Betrachtung der, seiner These zugrunde liegenden Faktoren komme ich zu dem Schluss, dass seine Aussage zur eingeschränkten Funktionen der einzelnen Bank falsch ist und seine Herleitung der Multiplikatorformel über mehrfache Zahlungs- Darlehensvorgänge ein reines Fantasiegebilde ist, ohne Bezug zur Realität und ohne Nutzen.

Seine allgemeine Formel   X= c(1-R)/R besagt, dass bei einem Reserve- Einlagenverhältnis R von z.B. 1 zu 10 und einer Bareinzahlung c von $1.000 neue Kredite X in Höhe von $9.000 vergeben werden können. Nur $9.000, da die Bareinzahlung bereits eine Einlage von $1.000 bewirkt. Diese Formel ist richtig jedoch nicht so besonders erkenntnissreich.

Über eine Rückmeldung zu dem Wiki-Beitrag würde ich mich freuen, unabhängig ob zustimmend oder aber Fehler aufzeigend.

Beste Grüße
Rudi

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Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die versprochene Auseinandersetzung mit den Grundlagen zum "Pillipsmultiplikator" hat sich etwas verzögert.

Auch "Chester Arthut Phillips", auf den sich die Fachliteratur vielfach bezieht, wenn es um die Herleitung der "multiplen Geldschöpfung" geht, hat bereits 1920 die Gründung der "modernen Kreditschöpfungstheorie" auf Macleod und Alexander Hamilton zurückgeführt.
....................
Die m.E. vernachlässigten Grundbedingungen werde ich im nächsten Post näher beschreiben.

Beste Grüße
Rudi


Die Verzögerung ist teilweise auch auf die für mich schwierige Übersetzung des Originals von 1920 mit seinen Bandwurmsätzen zurückzuführen. Er hat es geschafft, 16 Zeilen für einen einzigen Satz zu benötigen. Entsprechend schwer fällt das Aufdröseln.

Im Wikibeitrag
http://www.um-bruch.net/uwiki/index.php/Chester_Arthur_Phillips

habe ich einige der übersetzten Passagen aufgeführt und bin zur Zeit dabei, eine Zusammenfassung und Bewertung seiner Arbeit vorzunehmen. Dies aber nur für den Teil der Geldschöpfung. 

Bemerkenswert ist, dass er eindeutig zu den Anhänger der "orthodoxen Kredittheorie" zählt.

Zitat

Damit eine Bank ihre Darlehen um einen bestimmten Betrag, $ 100.000 oder $ 1.000.000 erhöhen kann, ist es wichtig, dass die Bank sich neue Primäreinlagen, von etwa gleicher Größenordnung, beschafft. Daher auch der Kampf um die Primäreinlagen.


Mit Primäreinlage wird eine Einlage bezeichnet, welche aus der Einzahlung von Bargeld entsteht. (Es darf sich nicht um eine bargeldmäßige Rückzahlung von Darlehen handeln.)

Eine Bank muss sich erst um Bargeldeinlagen bemühen, bevor sie, darauf gründend, ein neues Darlehen gewähren kann.
Die Geldschöpfung aus dem "Nichts" auf die Arbeit von Phillips zurückzuführen, ist demnach schlicht unzutreffend.

Nach Erstellung der Schlussbetrachtung werde ich mich nochmals melden.

Viele Grüße
Rudi


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Neu hier? / Re: Meinungsvielfalt
« am: 26. August 2013, 07:11:34 »
Eine listenartige Struktur scheint für die Darstellung eines komplexeren Themas wenig geeignet.
Abhängigkeiten einzelner Aspekte von anderen Aussagen können kaum verdeutlicht werden.

Ein Beispiel:
Atomkraft "Nein Danke"?
Ob Atomkraft ein sinnvoller Energielieferant ist, kann von verschiedenen Standpunkten untersucht werden und führt auch zu unterschiedlichen Ergebnissen.
Ein Atomkraftwerk kann betrachtet werden von der
  • finanziellen,
  • energietechnischen,
  • sicherheitstechnischen,
  • umwelttechnischen,
Seite her. Dabei können Fakten zur Grundlage mehrerer Betrachtungsseiten werden. Die Aussage, dass die Entsorgung des Atommülls noch nicht geklärt ist, hat Auswirkungen sowohl auf die finanzielle wie auch die umwelttechnische Betrachtung. Wo sind die Kosten für die Entsorgung veranschlagt? Welche umwelttechnischen Risiken beinhaltet  die noch nicht geklärte Entsorgung. Es könnte noch eine moralische Betrachtung hinzukommen. Ist es vertretbar, unserer Nachkommenschaft einen derartig langstrahlenden Müll zu hinterlassen? Wie kann man all diese Abhängigkeiten darstellen?

Mit Mind-Maps kann man Abhängigkeiten und Verpflechtungen relativ gut herausarbeiten. In Wikipedia ist zu diesem Thema auch ein ausführlicher Beitrag vorhanden.
http://de.wikipedia.org/wiki/Mind-Map

Ein Beispiel von den Piraten, das jedoch auch gleich die Probleme aufzeigt.

EuWiKon - Probleme unseres Währungs- und Wirtschaftssystems

Eine sicherlich wertvolle Arbeit, die sich aber kaum jemand ansehen wird. Das Thema "Finanzkrise" ist dermaßen vielschichtig, dass eine allgemeinverständliche Mind-Map daran scheitern muss. Nur absolute Insider sind in der Lage, den Gedankengängen zu folgen und sie auch aufzunehmen. Für eine breitenwirksame Information mE ungeeignet.

Wie könnte ein geeignetes Werkzeug zu einfachen Darstellung dieser Verküpfungen aussehen?

Rudi




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Neu hier? / Meinungsvielfalt
« am: 13. August 2013, 14:23:20 »
Bereits bei der Installation dieses Forums und des dazugehörigen Wikis war die Darstellung unterschiedlicher Meinungen ein Hauptanliegen.
Im Wiki ist dazu zu lesen:
Zitat
Foren sind in der Regel die Stellen im Internet, in denen viel geschrieben und relativ wenig gelesen wird. Es macht deshalb Sinn, wichtige Informationen aus Forenbeiträgen in ein Wiki, hier in das um-bruch Wiki zu integrieren. Die in einer Forensoftware vorhandenen engen Grenzen der Gliederung und Darstellung sind in einem Wiki wesentlich erweitert.

Doch bietet auch das Wiki direkt nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Präsentation unterschiedlicher Modelle, Theorien und Gedanken.
Ein Vorschlag von mir wäre eine Tabelle im Wiki zu realisieren, welche etwa wie folgt aussehen würde.


Jan. R (Attac) schlägt vor, mit einem Pad zu arbeiten.
titanpad.com
Dieses ist gut geeignet, mit mehreren Leuten an einem gemeinsamen Text zu arbeiten.  M.M.n. jedoch weniger geeignet, unterschiedliche Meinungen nebeneinander stehen zu lassen.

Eine Arbeitsumgebung, ähnlich eines elektronischen Mindmap, schlägt bhoernschen vor.
Grundlage dafür wäre:  http://api.jquery.com/
(hier die drag u drop functionen)  http://jqueryui.com/draggable/#delay-start

etwa so wie mindmapping
http://www.xmind.net/?utm_expid=12673998-1.0XT6E07cTQ67Cdy6qI89pA.0
http://www.deutsche-startups.de/2012/02/24/die-10-besten-programme-um-mind-maps-zu-erstellen/

Mehr aber wie ein Wiki organisiert unter Berücksichtigung folgender Punkte:
  • Was sind die Fakten.. (alle Fakten, auch die von anderen Leuten, und dann die Fakten die ich in meinen Diskussion einbauen will)
  • Jedes Problem hat verschieden Gesichtspunkte.. (Finanzelle Aspekte, Menschlichkeit, Durchführbarkeit, Anfälligkeit für mutwilliges Fehlverhalten, Ressourcen, Vertretbar.. usw.,)
  • Jede Lösung hat Ziele (bzw. Zwischenziele)  wie sind die und wo ist so was erreicht..

Ziel einer solchen Lösung wäre ein effektiveres Arbeiten und Darstellung von vorzeigbaren Ergebnissen. Auch sollten alle Fakten  nachvollziehbar und mit Quellenangaben versehen, dargestellt werden.  Die bisherigen Mailinglisten, sowohl bei den Piraten wie auch bei Attac, sind für den schnellen Gedankenaustausch sicher gut geeignet, jedoch ist die Suche nach bestimmten Informationen ein Kraus. Als Informationsquelle deshalb weniger geeignet, wohl auch nicht dafür vorgesehen.

Die Mindmap-Schiene mit wikiartiger Präsentation klingt vielversprechend.

Falls noch andere Ideen existieren, nicht zögern diese darzustellen.

Zur Diskussion habe ich diese Forenseite gewählt, da Abbildungen direkt eingeblendet werden können und auch Informationen besser auffindbar sind.

Mit den besten Grüßen
Rudi




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Auch "Chester Arthut Phillips", auf den sich die Fachliteratur vielfach bezieht, wenn es um die Herleitung der "multiplen Geldschöpfung" geht, hat bereits 1920 die Gründung der "modernen Kreditschöpfungstheorie" auf Macleod und Alexander Hamilton zurückgeführt. Deren Theorien beschreibt er wie folgt:
Zitat
Gemäß der alten Theorie kann eine Bank, welche 100.000 $ Bargeld besitzt, und ein Darlehn von 1.000.000 $ vergeben hat, durch den Erhalt von weiteren  $100.000 $ in die Lage versetzt werden, weitere Darlehn in Höhe von 1.000.000 $ hinzuzufügen.

Mit der "alten Theorie" ist hier die moderne Kredittheorie gemeint, die bereits von den "alten" Ökonomen so beschrieben wurde.
Zitat
Aus der  Beobachtung, dass bei einer einzelnen Bank wie auch bei allen Banken gemeinsam, gewöhnlich die Höhe der Darlehen ein Vielfaches der Reserve beträgt, schließen die Theoretiker, das eine Erhöhung der Reserve einer Einzelbank diese in die Lage versetzt, ein Vielfaches an Darlehen zu vergeben.

Phillips bezweifelt nun nicht die Möglichkeit der mehrfachen Kreditschöpfung des Bankensystems, sondern nur die Fähigkeit einer Einzelbank dazu. Durch teilweise aufwändige Berechnungen kommt er zu dem Ergebnis, dass eine Einzelbank nur wenig über ihre Einlagen hinaus an Darlehen vergeben kann. In einem Beispiel mit einem Barreserve - Sichteinlagenverhältnis von 1:10 und einem Sichteinlagen
- Kreditverhältnis von 1:5 berechnet er, dass die Einzelbank bei einer neuen Einlage nur 9,7 % über den Betrag der Einlage an neuen Darlehen vergeben kann.

Phipps stellt dann die Frage:
Zitat
Aber wie kann eine bestimmte Menge Bargeld die Grundlage für vielfältige Darlehn und Einlagen in einem Bankensystem werden, wenn die gleiche Einlagemenge bei einer Einzelbank kaum oder nur sehr wenig vermehrt werden kann.


Sein Buch, "Bank Credit" beschäftigt sich hauptsächlich mit dieser Frage. In der Fachliteratur wird die Theorie der "multiplen Geldschöpfung" vielfach auf Phillips zurückgeführt. Ein Beispiel für die Zweckentfremdung seiner ursprünglichen Arbeit. Die auf ihn zurückgeführte "multiple Geldschöpfung" ist im Wiki unter Scheytt/Multiple Geldschöpfung erläutert. Die m.E. vernachlässigten Grundbedingungen werde ich im nächsten Post näher beschreiben.

Beste Grüße
Rudi

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Das Geldrätsel / Banken, Kreditvermittler oder Kreditschöpfer?
« am: 09. Juni 2013, 11:27:24 »
Viele Auseinandersetzungen über die Geldschöpfung lassen sich auf die Frage reduzieren, sind Banken als Kreditvermittler oder aber als Kreditschöpfer tätig. Mit diesem Thema hat sich Hermann Feifel in seinem Buch "Die Anwendbarkeit der modernen Kreditschöpfungslehre auf die besondere Art des Sparkassengeschäfts", Duncker & Humblot 1959, intensiv beschäftigt.

Ziel der Arbeit war die Untersuchung, ob Sparkassen in der Lage sind, kreditschöpfend tätig zu sein. Als Hauptproblem hat Feifel bereits damals die Missverständnisse und Unklarheiten bei Begriffen und Maßstäben gesehen. Diese werden einfach übernommen, ohne auf den genauen Sachverhalt in der zugrunde liegenden Arbeit einzugehen. Eine ausreichende Erklärung zu der Bedeutung eines Begriffes fehlt oft.

Klassische Kreditvermittlungstheorie
Die Theorie der Bank als Kreditvermittler geht davon aus, das Banken Geld empfangen und es wieder ausleihen. Diese Sichtweise ist auch heute noch weit verbreitet, wird von einigen Buchautoren, wie Helmut Creutz vehement vertreten und wird auch allgemein in der Bevölkerung so gesehen. Die Deutsche Bundesbank spricht in ihrer Schrift "Geld und Geldpolitik" fachsprachlich von Finanzintermediären, zu deutsch Finanzvermittlern.
Zitat
Finanzintermediäre
Finanzintermediäre sind Institutionen, die auf den Geld-, Kredit- und Kapitalmärkten tätig sind. Sie vermitteln zwischen Kapitalanbietern und Kapitalnachfragern, indem sie Geldkapital von Anlegern entgegennehmen und es an die Kapitalnachfrager weiterleiten bzw. den Handel zwischen Anbietern und Nachfragern erleichtern. Die wichtigsten Finanzintermediäre sind Banken, Versicherungen und Investmentfonds.

Mit diesen Aussagen wird der Eindruck vermittelt, dass zuerst Geld eingesammelt werden muss, bevor es dann von den Finanzvermittlern an andere ausgeliehen werden kann. Aus dieser Betrachtung hat auch Hübner 1854 die nach ihm benannte "goldene Bankregel" entwickelt. Diese besagt vereinfacht ausgedrückt, dass von Kunden eingesammeltes Spargeld nur in der Höhe der Einzahlung und auch nur solange ausgeliehen werden kann, wie der Sparkunde auf sein Geld verzichtet. Ein Sparkunde legt in einem Sparbrief 10.000 € für einen Zeitraum von zwei Jahren bei der Bank an. Die Bank darf nach der "goldenen Bankregel" nun auch nur 10.000 € an Darlehensnehmer ausleihen und dies auch nur für maximal 2 Jahre.

Zu dieser logisch klingenden Erklärung sagt Peter Betge in seinem Buch Bankbetriebslehre von 1996
Zitat
Praktisch ist diese Dispositionsregel in ihrer strengen Form niemals verwirklicht worden, was dem Verzicht auf Betrags- und Fristentransformation gleichkommen würde. Dennoch hat die Dispositionsregel in modifizierter Form als Denken in Kapitalüberlassungs- und Kapitalverwendungsfristen sowohl in der Finanztheorie als auch in der Finanzierungspraxis von Banken und Nichtbanken bis heute nachgewirkt.


Wie die Aussagen der Bundesbank in der Schrift "Geld und Geldpolitik - Schülerbuch für die Sekundarstufe II" belegen, wird auch heute noch in diesen Kategorien gedacht. Jemand hat Geld übrig und ein anderer benötigt Geld. Zwischen diesen beiden wird dann die Bank als Vermittler tätig.

Moderne Kreditschöpfungslehre
Feifel:
Zitat
Die Lehre von der Kreditschöpfung ist im Sinne ihrer Begründer (John Law, Alexander Hamilton, Jean Pierre Proudhon sowie Henry Dunning Macleod die Theorie von der Fähigkeit auch der "privaten" Banken, Geld bzw. Kredit zu schöpfen.

Die moderne Kreditschöpfungslehre ist also keine Erfindung des 20/21. Jahrhunderts, sonder kann bis zum Ende des 17. Jahrhunderts zurückverfolgt werden.

Fortsetzung folgt.

Beste Grüße
Rudi

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