um-bruch-forum
Themen => Politik => Thema gestartet von: Matthias am 20. April 2011, 08:39:41
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Simon Johnson, ehemaliger Chefökonom des IWF, ist Professor an der MIT Sloan Scholl of Management.
http://mitsloan.mit.edu/faculty/detail.php?in_spseqno=198&co_list=F (http://mitsloan.mit.edu/faculty/detail.php?in_spseqno=198&co_list=F)
Eine Übersicht seiner Veröffentlichungen findet sich hier:
http://mitsloan.mit.edu/faculty/pdf/publist/SimonJohnson-2009.pdf (http://mitsloan.mit.edu/faculty/pdf/publist/SimonJohnson-2009.pdf)
http://baselinescenario.com/ (http://baselinescenario.com/)
Infos bei wikipedia:
http://en.wikipedia.org/wiki/Simon_Johnson_(economist) (http://en.wikipedia.org/wiki/Simon_Johnson_(economist))
Aufmerksam wurde ich auf ihn durch einen brisanten Artikel in der Zeitung "The Atlantic" mit dem vielsagenden Titel "The quiet coup" (Der Stille Staatsstreich):
"http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2009/05/the-quiet-coup/7364/
Eine deutsche Übersetzung gibt es hier:
http://kuchentester.blogspot.com/2009/04/der-leise-staatsstreich.html (http://kuchentester.blogspot.com/2009/04/der-leise-staatsstreich.html)
Auszüge:
Der stille Staatsstreich
Der Crash hat viele unschöne Wahrheiten über die Vereinigten Staaten aufgedeckt. Eine der alarmierendsten ist, dass die Finanzindustrie quasi die Regierung übernommen hat.
[…]
Die allgemeine Meinung in der Elite ist immer noch, dass der aktuelle Einbruch "nicht so schlimm wie in der Weltwirtschaftskrise (1929) sein kann". Diese Ansicht ist falsch. Womit wir konfrontiert sind, könnte in Wirklichkeit schlimmer sein als die Weltwirtschaftskrise - weil die Weltwirtschaft so sehr verflochten und der Bankensektor heute so groß ist.
[…]
Änderung: Zitat reduziert ...
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Simon Johnson on Wall Street's Influence Over Washington:
Simon Johnson on Wall Street's Influence Over Washington (http://www.youtube.com/watch?v=4P1tGzTSjhU#)
Eine Rede vom März 2010:
"Simon Johnson presents his chapter on the Doom Cycle that produces (and predicts) increasingly greater financial crises - from the Make Markets Be Markets report, sponsored by the Roosevelt Institute."
Simon Johnson on The Doom Cycle (MMBM) (http://www.youtube.com/watch?v=_jhV3EDtBGQ#)
Simon Johnson's "Thirteen Bankers"
In his latest book, called "13 Bankers: The Wall Street Takeover and the Next Financial Meltdown", which he co-wrote with James Kwak, Simon argues that if the biggest banks arent cut down to size, its only a matter of time before we face another financial crisis. And once again, the government aka the taxpayers will be obliged to step in and bail out these behemoths In Simon's words, if they're too big to fail -- they're too big to exist!
Simon Johnson's "Thirteen Bankers" (http://www.youtube.com/watch?v=leseSiJnLFw#ws)
U.S. Become Like Mexico?
MIT Professor Simon Johnson notes that technological change can influence society unequally, and perhaps exacerbate societal schisms. Interviewed by Daniel Erasmus at King's College, April 2010.
U.S. Become Like Mexico? Consequences of Skewed Economic Distribution - Simon Johnson (http://www.youtube.com/watch?v=3QvlR6xl8pY#ws)
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Simon Johnson - Für ein Ende der Bankenmacht
... nach Ansicht von Simon Johnson war die Finanzkrise kein zufälliger Schock, sondern das zwangsläufige Resultat einer Verschiebung des politischen und wirtschaftlichen Rahmens in den vergangenen 30 Jahren.
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Mittlerweile halten die sechs größten US-Geldinstitute ein Vermögen, das rund 63 Prozent der US-Wirtschaftsleistung entspricht, sagt Johnson. Zum Vergleich: 1995 seien es erst 17 Prozent gewesen.
http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:neue-denker-11-simon-johnson-fuer-ein-ende-der-bankenmacht/50121084.html (http://www.ftd.de/politik/konjunktur/:neue-denker-11-simon-johnson-fuer-ein-ende-der-bankenmacht/50121084.html)
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EX-IWF-CHEFÖKONOM ÜBER BANKENKRISEN
"Ackermann ist gefährlich"
Die nächste Krise kommt, sagt Ex-IWF-Chefökonom Simon Johnson - und warnt vor dem Chef der Deutschen Bank. Der setze auf hohe Renditen, weil er weiß, dass der Steuerzahler notfalls haften wird.
http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/ackermann-ist-gefaehrlich/ (http://www.taz.de/1/zukunft/wirtschaft/artikel/1/ackermann-ist-gefaehrlich/)
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Simon Johnson, co-author of "13 Bankers" describes the rise of concentrated financial power and the threat it poses to economic well-being. He explains that over the past three decades, a handful of banks became spectacularly large and profitable and used their power and prestige to reshape the political landscape. He argues that the largest banks have become more powerful and more emphatically "too big to fail," with no incentive to change their behavior in the future. Is this setting the stage for another financial crisis, another government bailout, and another increase in our national debt? [5/2011]
The Wall Street Takeover and the Next Financial Meltdown (http://www.youtube.com/watch?v=M8HekexIUy8#)
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Hier ein Interview vom vergangenen Jahr, deutsch synchronisiert:
Als Insider sollte man seine Aussage "Die Krise beginnt jetzt erst richtig" absolut ernst nehmen.
Man nimmt die Mahner nach allem was passiert ist immer noch nicht ernst. Hier spricht ein Insider, aber sie wollen einfach nicht zuhören. Wenn es richtig krachen wird, dürfte das ein für allemal egal sein. Dann stellt sich nur noch die Frage: selbst abgesichert?
Interview: Ex-Chefökonom des IWF Simon Johnson Deutsch Sync. (http://www.youtube.com/watch?v=4VGLuy5pES4#)
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In die gleiche Kerbe wie Simon Johnson haut Dr. Wolfgang Hetzer. Er ist Abteilungsleiter für strategische Informationssammlung und Risikoabschätzung und als Berater des Generaldirektors des Europäischen Amtes für Betrugsbekämpfung (European Anti-Fraud Office, OLAF) im Bereich der Korruptionsbekämpfung tätig.
Infos zur Person: http://www.cleanstate.de/Lebenslauf_Dr._Wolfgang_Hetzer.html (http://www.cleanstate.de/Lebenslauf_Dr._Wolfgang_Hetzer.html)
Klare Worte in einem Vortrag an der Siegmund Freud Universität Wien:
Bürger - Banker - Banditen - Bonzen
„In Rating-Agenturen, Banken, Wirtschaftsunternehmen, Parlamenten und Behörden haben sich Netzwerke etabliert, durch die auch in krimineller Weise dem Gemeinwesen Schaden zugefügt worden ist."
Link: http://www.cleanstate.de/Buerger_Banker_Banditen_Bonzen_Vortrag_Dr.Wolfgang_Hetzer.html (http://www.cleanstate.de/Buerger_Banker_Banditen_Bonzen_Vortrag_Dr.Wolfgang_Hetzer.html)
PDF: http://www.cleanstate.de/Buerger_Banker_Banditen_Bonzen_Vortrag_Dr._Wolfgang_Hetzer.pdf (http://www.cleanstate.de/Buerger_Banker_Banditen_Bonzen_Vortrag_Dr._Wolfgang_Hetzer.pdf)
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Durch ein Trennbankensystem könnte man diese Machtstruktur leicht brechen. Investmentbanken könnte man einfach hops gehen lassen. Sie sind für die Realwirtschaft so wichtig wie ein Kropf. Im Gegensatz dazu die Geschäftsbanken. Deren Aktionskreis war früher schon durch strenge Regeln begrenzt und konnte sich deshalb keine Luftnummern erlauben.
Das Ergebnis dieser Vermantschung im Namen der Liberalisierung im Bankensektor kann man heute bewundern. Eine Änderung zu den alten Standarts ist aber offensichtlich politisch nicht gewünscht.
mfg
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Hallo Hanns (?),
Durch ein Trennbankensystem könnte man diese Machtstruktur leicht brechen. Investmentbanken könnte man einfach hops gehen lassen. Sie sind für die Realwirtschaft so wichtig wie ein Kropf.
im Grunde wohl richtig, allerdings betrifft diese "Machtstruktur" nicht allein den Bankensektor, sondern es scheint vielmehr eine (verdeckte) Allianz aus Banken und Politik/Staat zu existieren.
Das Ergebnis dieser Vermantschung im Namen der Liberalisierung im Bankensektor kann man heute bewundern. Eine Änderung zu den alten Standarts ist aber offensichtlich politisch nicht gewünscht.
Nein, das ist nicht gewünscht, und nach heutigem Wissen vermute ich, dass sogar ein planvolles Vorgehen dahinter steckt. Wer das Geldsystem einigermaßen verstanden hat, kommt früher oder später zu dem Schluss, dass die Aufhebung des Trennbankensystems, sowie die Einführung verschiedenster "Finanzprodukte" und eines komplett im Dunkeln befindlichen "Casinos" geradezu notwendig waren, um das Spiel zu verlängern ...
Viele Grüße, Matthias
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Hier noch eine gute Analyse von Simon Johnsen in der FTD vom 27.12.2011
http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:top-oekonomen-simon-johnson-hoert-auf-die-banken-zu-schonen/60146954.html (http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/:top-oekonomen-simon-johnson-hoert-auf-die-banken-zu-schonen/60146954.html)
Er hat vollkommen Recht.
Grüße
Günter
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Der ehemalige Banker und Buchautor William Cohan schildert es ganz ähnlich wie Johnson. Kartellartige Strukturen, deren Machtfülle gebrochen werden müsse. Allerdings zweifelhaft, wie das gelingen soll, wenn Politik und Banken im selben Bett liegen ...
Weiterlesen: http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=14131 (http://www.wirtschaftsfacts.de/?p=14131)
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Im Artikel von Markus Gärtner findet sich u.a. eine Liste von Romneys zehn spendabelsten Wahlkampfhelfern (zufälligerweise ist die eine oder andere Bank darunter ...).
"Goldman Sachs sichert sich – wie bei einem guten Wertpapiergeschäft – ab. Die Investmentbank hedegt Obama mit Romney. Man weiß ja nie."
http://blog.markusgaertner.com/2012/01/28/goldmans-long-position-auf-das-weise-haus/ (http://blog.markusgaertner.com/2012/01/28/goldmans-long-position-auf-das-weise-haus/)
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Von Böcken und Gärtnern - Finanzwirtschaftliche Interessenvertretung in Zeiten der Krise
"Die angeblich anonymen Märkte bestehen aus Akteuren mit Gesichtern und Namen. Viele dieser Namen spielten nicht nur eine entscheidende Rolle bei der Etablierung einer Finanzordnung, die zur seit Jahren anhaltenden Krise führte. Sie bestimmen das Handeln der Politik, schreiben Gesetze oder bilden gleich selbst die Regierung.
[...]
Die Beschlüsse der europäischen Staats- und Regierungschefs waren im Wortlaut einer Vorlage des Internationalen Bankenverbandes IIF gefolgt."
http://the-babyshambler.com/2012/01/19/von-bocken-und-gartnern/ (http://the-babyshambler.com/2012/01/19/von-bocken-und-gartnern/)
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Hallo Matthias,
wie immer ist Goldmann Sachs bei Geldangelegenheiten erster Ritter im Saal.
Viele Grüße von
Günter